Dominik Koepfer ärgerte sich nach der schmerzlichen Lehrstunde von US-Open-Champion Dominic Thiem enorm. Vor allem darüber, dass er nach mutigem Start den Kopf verloren hatte. „Ich habe mit mir selber gehadert“, sagte Koepfer: „Ich verschwende meine Energie damit, mich zu kritisieren und zu zerstören auf dem Platz. Das hilft nicht, und dann wird es schwer, gegen so einen Spieler zurückzukommen.“
Zuvor hatte Koepfer bei der 4:6, 0:6, 2:6-Niederlage nach nur 1:39 Stunden in der zweiten Runde der Australian Open gegen den starken Österreicher eine Überraschung klar verpasst. Der 26 Jahre alte Schwarzwälder wartet damit weiter auf seinen zweiten Drittrundeneinzug bei einem Grand-Slam-Turnier nach den US Open 2019.
Koepfer, der in der ersten Runde den Bolivianer Hugo Dellien souverän bezwungen hatte, begann stark und spielte mit Thiem zunächst auf Augenhöhe. Aber er nutzte seine zwei frühen Breakchancen nicht, und die Nummer drei der Welt übernahm dann die Kontrolle.
„Ich habe mich auf das Match gegen einen der Topspieler gefreut“, sagte Koepfer: „Ich bin ganz gut gestartet, dann hat er mich zwei Sätze lang von links nach rechts geschickt.“ Thiem nutzte Koepfers Schwäche auf der Rückhandseite gnadenlos aus, dominierte nach Belieben und zog davon. Der zweite im Turnier verbliebene deutsche Profi neben Alexander Zverev schob Frust, und der Widerstand war gebrochen.
Die nicht unerwartete Niederlage ist für Koepfer in der Deutlichkeit eine Enttäuschung, aber er will an der Erfahrung wachsen. „Die Zielsetzung ist jetzt erstmal, unter die Top 50 zu kommen“, sagte er zuletzt im SID-Gespräch. Aktuell wird Koepfer auf Rang 70 geführt.
Er arbeitet laut eigener Aussage „fast jeden Tag“ daran, während der Matches positiv zu bleiben. Es gehe für ihn darum, sich zwischen den Ballwechseln Zeit zu lassen und „jeden Punkt wirklich wieder von Null zu spielen“. In Melbourne tritt Koepfer auch noch im Doppel an.