Die Hamrun Spartans sind in der Qualifikation zur Conference League auf ebenso dramatische wie kuriose Art und Weise ausgeschieden. Die Times of Malta schrieb von einem „herzzerreißenden und umstrittenen Aus“ für die Mannschaft des Inselstaates.
Nach einem 1:1 im Hinspiel gegen NSÍ Runavik von den Färöer Inseln verloren die Spartans das Rückspiel mit 1:2. Der entscheidende Treffer durch Petur Knudsen fiel in der vierten Minute der Nachspielzeit per Elfmeter. So weit, so dramatisch, doch vor allem die Entstehung war bemerkenswert.
Runaviks Offensivmann Tobias Hestad versuchte, den Ball noch von der Torauslinie zu kratzen, indem er ihn mit einer Grätsche wieder vors Tor beförderte. Doch TV-Bilder lassen erahnen, dass der Ball wohl schon die Linie überschritten hatte.
Unglücklicher Marcelina unter Tränen ausgewechselt
Das dachte wohl auch Spartans-Kapitän Emerson Marcelina, der den Ball mit der Hand aufnahm und ihn zum Abstoß an den Fünfmeterraum legte. Allerdings hatten weder Schiedsrichter Jérémy Müller aus Luxemburg noch sein Assistent an der Linie zuvor auf Aus entschieden. Stattdessen pfiff Müller Elfmeter wegen des Handspiels von Marcelina.
Laut Times of Malta war der Kapitän daraufhin untröstlich. Der Mittelfeldspieler soll unter Tränen um seine Auswechslung gebeten haben. Die Fans des Gastgebers versuchten, ihn mit Standing Ovations aufzumuntern.
Polizeischutz für den Schiedsrichter
Nach Schlusspfiff sollen wütende Spieler der Malteser den Schiedsrichter umringt haben, auch von den Rängen gab es Unmutsbekundungen. Der Unparteiische wurde schließlich, von der Polizei geschützt, vom Feld eskortiert.
Die Hamrun Spartans hatten in der vergangenen Saison als erster maltesischer Klub die Gruppen-, bzw. Ligaphase eines Europapokals erreicht. In der Conference League gewann das Team zwar mit 3:1 gegen Lincoln FC, schied aber nach fünf Niederlagen in den übrigen Vorrundenspielen aus.