José Mourinho ist zurück bei Real Madrid. Seine Arbeit wird der portugiesische Startrainer am 13. Juli mit dem Start der Vorbereitung aufnehmen. Der 63-Jährige hat nun erstmals ausführlich nach der offiziellen Verkündung gesprochen.
Weniger Provokation, mehr Gelassenheit: Im Interview mit Vanity Fair präsentiert sich Mourinho verändert im Ton, nicht aber in der Entschlossenheit seiner Aussagen. „Es ist nicht der Moment zu reden, es ist der Moment zuzuhören“, sagte er – und schiebt hinterher: „Ich bin hier, um zu helfen, nicht um zu kritisieren.“
„Die Geschichte von Real Madrid ist mit keiner zu vergleichen“, betont Mourinho, „das weiße Trikot hat etwas Magisches. Wenn wir über Real Madrid reden, sprechen wir über Geschichte und das Erbe des Fußballs.“
Real Madrid: Neustart unter Mourinho
Real Madrid steht vor der Saison an einem Wendepunkt – sportlich wie strukturell. Die Rückkehr von Mourinho weckt bei den Königlichen große Erwartungen.
„Natürlich gibt es auch schwierige Phasen. Es gibt Phasen, in denen man nicht gewinnen kann, so wie Seriengewinner, die sonst immer gewinnen. Es gibt immer wieder Phasen, in denen man etwas bauen oder neu aufbauen muss“, sagte Mourinho.
Ein Schlüsselthema wird auch Kylian Mbappé sein. Mourinho stellt sich demonstrativ vor den französischen Superstar. Er wolle erst verstehen, was er bislang nur von außen gesehen habe. „Das Einzige, was ich über Kylian Mbappé sagen kann, ist, dass er ein phänomenaler Spieler ist, und ich werde versuchen, ihm dabei zu helfen, noch besser zu werden, als er ohnehin schon ist. “
Gleichzeitig schwelgt er in Erinnerungen über vergangene Clásicos, die einst die Fußball-Geschichte bestimmten: Pep Guardiola an der Seitenlinie, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo auf dem Rasen – „die Welt stand still“, so Mourinho. „Ich liebe es, solche Spiele zu spielen. Ich habe sie nicht angesehen, ich habe sie gespielt. Und ich habe es geliebt.“
Mourinho: „Charisma entsteht, wenn man gut ist“
Mourinho hat wiederholt betont, dass Charisma die wichtigste Eigenschaft eines Fußballtrainers ist. Nun erklärte der 63-Jährige, was er damit genau gemeint hat: „Ich glaube nicht, dass man Charisma einfach so im Supermarkt kaufen kann. Ich glaube nicht, dass man Charisma hat, nur weil es einen bestimmten Grund dafür gibt. Ich glaube, Charisma entsteht, wenn man gut ist.“
Weiter erklärte Mourinho: „Ich war schon immer der Meinung, dass deine Spieler dich nicht wegen deines Charismas respektieren sollen, sondern weil du gut bist.“
Mourinho hatte den Rekordsieger der Champions League bereits von 2010 bis 2013 trainiert, damals gewann er je einmal die spanische Meisterschaft, den Pokal und den nationalen Supercup.