Welche Konsequenzen drohen den Argentiniern? „Las Malvinas son argentinas“ („Die Falklandinseln sind argentinisch“) stand in schwarzer Schrift auf einem weißen Tuch, das Lisandro Martínez und Giovani Lo Celso nach dem WM-Finaleinzug in Atlanta (2:1 gegen England) aller Welt präsentierten.
Zuvor war das Banner auf der Tribüne zu sehen gewesen. Laut FIFA-Regularien sind politische, ideologische oder religiöse Botschaften verboten.
Aus der Mission machte Leandro Paredes kein Geheimnis. „Und sie werden immer argentinisch sein“, betonte er, als er auf das beschriftete Laken angesprochen wurde – und führte aus: „Wir waren uns bewusst, was dieses Spiel für dieses Land bedeutete. Wir haben versucht, unser Land und all jene, die diesen traurigen Moment unserer Geschichte miterlebt haben, zu repräsentieren, damit sie sich mit uns identifizieren und wir ein positives Bild vermitteln konnten.“
Rodri wurde wegen eines ähnlichen Falls gesperrt
Mit dem Schriftzug soll Argentiniens Anspruch auf die Falklandinseln untermauert werden, um die Argentinien und Großbritannien 1982 Krieg führten. Damals starben insgesamt 907 Menschen. Heute betrachtet Großbritannien die Inseln im südlichen Atlantik als britisches Überseegebiet. 2013 stimmten die Bewohner mit über 99 Prozent Mehrheit für einen Verbleib im Vereinigten Königreich.
Da Botschaften dieser Art von der FIFA verboten sind, drohen den Argentiniern nun disziplinarische Konsequenzen. Diese könnten sich gegen Spieler und/oder den Verband richten. Auch auf Klubebene könnte die Aktion Folgen haben, da zum Beispiel Martínez in England für Manchester United aktiv ist. „Dieses idiotische Verhalten der Argentinier verstieß eindeutig gegen die FIFA-Regeln. Sie sollten bestraft werden“, schrieb der britische Politiker Andrew Griffith auf X.
2014 musste der argentinische Verband 20.000 Franken Strafe zahlen, weil Spieler ein Plakat mit derselben Botschaft bei einem Freundschaftsspiel gegen Slowenien gezeigt hatten. Einen ähnlichen Fall gab es bei der EM 2024. Damals hatte Spaniens Rodri nach dem Final-Sieg über England „Gibraltar ist spanisch“ gesungen – und wurde dafür schlussendlich für ein Länderspiel nach der EM gesperrt.
Vize-Präsidentin stachelte zuvor noch an
Bereits vor der Partie zwischen Argentinien und England war das Thema präsent, wenngleich Trainer Lionel Scaloni noch vor einer Vermischung zwischen der Partie und dem Krieg vor 44 Jahren gewarnt hatte. Heftige Worte hatte es im Vorfeld von Argentiniens Vize-Präsidentin gegeben.
„Wir spielen gegen die Piraten-Usurpatoren. Das ist kein Spiel wie jedes andere“, hatte Victoria Villarruel auf X geschrieben und angekündigt: „Ich werde nicht politisch korrekt sein oder mich zurückhalten. Gegen die Engländer geht es um mehr.“ Ihr Vater hatte im Krieg um die Falklandinseln gekämpft. Das Spiel war im Vorfeld als Hochrisikoereignis eingeordnet worden. Über 1600 Einsatzkräfte waren deshalb vor Ort.