Ralf Rangnick hat mit seinen Österreichern die Generalprobe zur Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada gewonnen. Trotz eines frühen Platzverweises für Konrad Laimer glückte dem ÖFB-Team in Wien die Generalprobe mit einem 1:0 (0:0) gegen Tunesien. Große Euphorie kam aber nicht auf. Denn die Nation sorgt sich um ihren Schlüsselspieler in der Offensive.
Leipzigs Christoph Baumgartner verletzte sich bereits beim Warmmachen am Oberschenkel. Er wurde kurzfristig aus der Startelf gestrichen und stand gar nicht mehr im Kader. Der Spielmacher hatte in der abgelaufenen Saison mit 17 Treffern und neun Vorlagen bei den Sachsen vollends überzeugt. Nun hat er aber nur noch zwei Wochen bis zum ersten Spiel bei der WM Zeit. „Er hat sich bei einem Schuss am Hüftbeuger gegriffen, das heißt nichts Gutes“, berichtete ServusTV-Experte Florian Klein.
In Gleichzahl hatte die als gefährlicher Außenseiter eingestufte Rangnick-Elf mit dem afrikanischen WM-Teilnehmer Probleme, zeigte sich defensiv anfällig und offensiv weitgehend harmlos. Nach dem Wechsel gab es in Unterzahl eine deutliche Steigerung.
Wie schwer ist Baumgartner verletzt?
Laimer beging nach einem Steckpass von Rani Khedira ein Handspiel und verhinderte damit eine klare Torchance. Nach Videobeweis stellte der französische Referee Jeremie Pignard den Bayern-Profi vom Platz (37.). Den anschließenden Freistoß schoss Anis Ben Slimane an die Latte (38.), zuvor traf bereits Hannibal Mejbri (12., 18.) für Tunesien gleich zweimal Aluminium. In Durchgang zwei sorgte Dortmunds Marcel Sabitzer (63.) für die Führung, ehe Marco Friedl und Stefan Posch (66.) binnen weniger Sekunden Pfosten und Latte trafen.
Österreich begann trotz des Baumgartner-Ausfalls mit acht Bundesliga-Profis in der Startelf, lediglich Torhüter Alexander Schlager stand noch nie in der deutschen Eliteliga auf dem Platz. Für Tunesien bildeten Union Berlins Khedira sowie Frankfurts Ellyes Shkiri die Doppelsechs, dazu begann Augsburgs Ismael Gharbi.
Für die Österreicher war die Partie in Wien ungewollt bereits die Generalprobe für das WM-Turnier. Ursprünglich sollte am 10. Juni in Pasadena im US-Bundesstaat Kalifornien noch ein abschließender Test gegen Guatemala stattfinden, doch die Mittelamerikaner und der Stadionbetreiber sagten Mitte Mai ab – und ein alternativer Gegner oder Austragungsort waren nicht mehr zu finden. Für Tunesien geht es dagegen am Samstag (15.00 Uhr) in Brüssel noch gegen Belgien.
Beim Turnier in den USA, Mexiko und Kanada legen die Nordafrikaner dann am 15. Juni gegen Schweden los, ehe Vorrundenduelle mit Japan und den Niederlanden folgen. Die Österreicher steigen zwei Tage später ins Turnier ein, Gruppengegner sind Jordanien, Weltmeister Argentinien und Algerien.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)