Das Auto hält, das Wunderkind liefert: Kimi Antonelli hat den Großen Preis von Belgien gewonnen und damit seine Führung in der Formel-1-Gesamtwertung ausgebaut. Der Mercedes-Pilot setzte sich in Spa vor Charles Leclerc im Ferrari und Red-Bull-Pilot Max Verstappen durch. Für Antonelli war es bereits der sechste Saisonsieg.

„Es ist schön, nach ein paar schwierigen Wochenenden wieder ganz oben auf dem Podest zu stehen“, sagte Antonelli nach seinem sechsten Saisonsieg – und dem ersten seit Anfang Juni: „Das Momentum war immer da, es ging um die Ergebnisse. Man muss einfach jede Gelegenheit nutzen, weil es so leicht in die eine oder die andere Richtung gehen kann.“

Kimi Antonelli setzte sich am Start gegen Charles Leclerc und Max Verstappen durch
Kimi Antonelli setzte sich am Start gegen Charles Leclerc und Max Verstappen durchKimi Antonelli setzte sich am Start gegen Charles Leclerc und Max Verstappen durch© IMAGO/ANP

Neuer erster Verfolger von Antonelli im WM-Titelrennen ist der siebenmalige Weltmeister Lewis Hamilton, der nach einem später Überholmanöver gegen McLaren-Pilot Oscar Piastri als Vierter ins Ziel kam.

Russell scheidet nach Kollision mit Hamilton aus

Allerdings folgt nach dem Rennen noch eine Untersuchung gegen Hamilton, der seinen Mechaniker beim Losfahren in der Box leicht erwischt hatte. Sollte der Brite keine nachträgliche Strafe erhalten, liegt der Ferrari-Pilot als Zweiter 45 Punkte hinter seinem jungen Nachfolger im Mercedes.

Bitter lief das Rennen für Antonellis Teamkollege George Russell. Der zuvor Zweitplatzierte in der Gesamtwertung schied nach einer Kollision mit Hamilton kurz nach dem Start aus. Weltmeister Lando Norris im zweiten McLaren wurde Siebter.

Nico Hülkenberg, der einzige deutsche Fahrer im Feld, verpasste auf Platz 13 die Punkte. Sein Teamkollege Gabriel Bortoleto machte es besser und holte als Achter wertvolle Punkte für die Audi-Truppe.

Formel 1 in Spa: Antonelli dominiert das Wochenende

Antonelli hatte bereits das gesamte Wochenende überzeugt. Sein Mercedes-Boss Toto Wolff schwärmt dementsprechend auch bei Sky: „Kimi war das ganze Wochenende dominant. Den Sieg hat er sich verdient.“ Beeindruckend: Im Qualifying sicherte er sich mit 0,317 Sekunden Vorsprung die Pole Position.

Größer war der Zeitabstand zwischen dem ersten und zweiten Startplatz in dieser Saison noch nie – obwohl Red Bull versucht hatte, Verstappen mithilfe eines XXL-Windschattens durch Teamkollege Isack Hadjar nach vorne zu bringen.

„Die Punkte werden erst am Sonntag geholt“, bremste Antonelli, der vor Verstappen und Russell startete. Zuletzt hatte er vor allem wegen technischer Defekte nur 23 von 83 möglichen Zählern eingefahren.

In den Ardennen, wo die vorherigen vier Polesetter jeweils den Sieg verpassten, werde ein guter Start „entscheidend sein, besonders mit der langen Geraden zu Kurve 5.“

Verstappen kurz in Führung – Antonelli kontert stark

Doch bevor es auf die Gerade ging, setzte Verstappen bereits zum spektakulären Überholmanöver in der berüchtigten Aufwärtskurve Eau Rouge an. Ohne Windschatten verlor der Niederländer allerdings an Tempo und wurde von Antonelli und dem heraneilenden Leclerc einkassiert.

Nur wenige Meter dahinter kollidierten Hamilton und Russell. Der Rekordweltmeister kassierte eine Fünf-Sekunden-Strafe, für Russell endete das Rennen im Kiesbett. „Was ist mit der Batterie passiert?“, fluchte er über Funk: „Das ist nicht akzeptabel.“

Der Traditionskurs, weithin als eine der ikonischsten Rennstrecken überhaupt bekannt, hat bei den Piloten an Spaß eingebüßt. Grund ist das Energiemanagement. Für eine Runde auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke reicht schlicht die Batterie nicht aus.

Schrecksekunde in der Ferrari-Box um Hamilton

Wie schon in Silverstone waren zunächst jedoch muntere Positionskämpfe die Folge. Verstappen übernahm wieder Position zwei. McLaren-Pilot Piastri duellierte sich dahinter mit beiden Ferrari-Piloten – gegen Leclerc gar mit Kontakt.

Als erster Fahrer der Spitzengruppe kam Verstappen an die Box, Antonelli reagierte. Ferrari dagegen ließ seine Piloten auf der Strecke und stoppte erst später unter dem virtuellen Safety Car.

Leclerc kam vor Antonelli auf die Strecke. Hamilton fuhr versehentlich einen Mechaniker an – ohne ernste Folgen, eine Untersuchung nach Rennende stand allerdings noch aus.

Auf der Strecke bahnte sich dann rundenlang ein Zweikampf zwischen Leclerc und Antonelli um den Sieg an. In Runde 34 zog der Italiener vorbei – und gab die Führung nicht mehr her.


Mit Sport-Informations-Dienst (SID)