Der typisch amerikanisch-gigantischen Halbzeitshow beim Finale der Fußball-Weltmeisterschaft konnte Wayne Rooney überhaupt nichts abgewinnen. „Ich mag viele der Künstler – aber ich finde, es war Mist“, lautete das harsche Urteil von Englands Fußball-Ikone beim Sender BBC, wo Rooney (40) gemeinsam mit den Ex-Profis Micah Richards (38) und Joe Hart (39) das Endspiel begleitete.

Sein Lieblingsmoment des Musikspektakels im Super-Bowl-Stil, das die Halbzeitpause von 15 auf über 27 Minuten verlängerte? „Ich bin ehrlich, meiner war, als es vorbei war“, sagte Rooney: „Es hat mich einfach nicht mitgerissen, und ich wollte, dass der Fußball wieder losgeht.“ Richards dagegen bezeichnete seinen TV-Kollegen Rooney für seine Einschätzung lachend als „miesepetrig“ und lobte Sängerin Shakira sowie Afrobeat-Star Burna Boy als seine Höhepunkte.

Christian Streich ist kein Fan der WM-Finalshow gewesen
Christian Streich ist kein Fan der WM-Finalshow gewesenChristian Streich ist kein Fan der WM-Finalshow gewesen© IMAGO/Kessler-Sportfotografie

Die irische Ikone Roy Keane drückte seine Kritik diplomatischer aus. „Es war zwar ein kleiner Reinfall“, sagte der 54-Jährige bei ITV, „aber ich glaube, die Leute im Stadion hatten wahrscheinlich mehr Spaß daran als wir.“ Der frühere englische Nationalkeeper Hart fand immerhin Gefallen an den Auftritten der Fußball-Legenden und Weltmeister von 2002, Ronaldo und Ronaldinho, die Superstar Madonna begleitet hatten.

„Schrecklich“: Streich übt Kritik

Der ehemalige Freiburg-Trainer Christian Streich übte Kritik an der Eventisierung des Endspiels. „Das hilft dem Fußball nullkommanull. Ich weiß auch nicht, was es vorher oder in der Halbzeit eines Spiels zu feiern gibt“, fragte sich der 61-Jährige im ZDF-Morgenmagazin.

„Das ist schrecklich für mich persönlich als Fußballfan, in der Halbzeit so eine Show anzugucken“, ärgerte sich Streich, der stattdessen vorschlug: „Von mir aus können die hinterher eine Show machen, von mir aus fünf Stunden lang. Aber es geht ums Spiel, und das wird immer mehr verwässert.“

Gemischte Meinungen bei Klopp und Co.

Die Experten bei MagentaTV äußerten sich unentschieden über das zwölf Minuten lange Event im Event, bei dem auch die Muppets, die K-Pop-Band BTS, Sänger Justin Bieber und der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel auftraten. „Ich liebe es ja, wenn Kunst, Kultur, Musik und Sport aufeinander treffen. Also mein Herz ist voll“, sagte Tabea Kemme.

Der kommende Bundestrainer Jürgen Klopp konstatierte wegen der wenigen sportlichen Höhepunkte im Spiel: „Die Highlights der ersten Hälfte haben in der Halbzeit stattgefunden. Es war großartig.“ Christoph Kramer dagegen fand im ZDF weniger Gefallen. Er glaube, „dass sich der Fußball schweren Herzens daran gewöhnen muss“, sagte der Weltmeister von 2014: „Ich persönlich mag es nicht so.“

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)