Bewegende Bilder am Dienstagvormittag im österreichischen Längenfeld, wo der Hamburger SV inmitten von Bergen und grünen Wiesentälern sein Sommertrainingslager bezogen hat.

Finanzvorstand Eric Huwer wandte sich vor der Vormittagseinheit in einer emotionalen Ansprache zum Tod von HSV-Legende Kevin Keegan an die Spieler, das Trainerteam um Cheftrainer Merlin Polzin und die gut 300 Fans, die ihre Raute bis ins Ötztal begleitet hatten. Die tiefgreifenden Worte des Funktionärs schienen neben den zahlreichen Anhängern und Spielern auch den Trainer tief berührt zu haben.

Merlin Polzin spricht über den Tod von Kevin Keegan
Merlin Polzin spricht über den Tod von Kevin KeeganMerlin Polzin spricht über den Tod von Kevin Keegan© IMAGO/ActionPictures

„Ich habe es Eric auch schon gesagt, ich hatte Gänsehaut bei seinen Worten. Er hat uns bereits gestern einen kleinen Einblick gegeben, was Uns Uwe und Kevin Keegan als Spieler und Persönlichkeiten bedeutet haben“, erklärte Polzin im Gespräch mit SPORT1.

Gedenken an Seeler und Keegan: „Erfolge sprechen für sich“

Die Gedanken der HSV-Familie galten dabei aber nicht nur Keegan. Am Dienstag jährte sich zugleich der Todestag von Uwe Seeler zum vierten Mal. Die anschließende Gedenkminute mitsamt emotionaler Ansprache war für Polzin deshalb weit mehr als symbolische Gesten: „Die Erfolge sprechen für sich, nicht nur was auf dem Platz, sondern auch drumherum passiert ist. Deswegen ist es uns ein großes Anliegen, diese Tradition zu pflegen und all den HSVlern, die nicht mehr unter uns sind, zu gedenken.“

Diesen Tenor stimmte auch Torhüter Daniel Heuer Fernandes im Gespräch mit SPORT1 an, der die Andacht als ein wichtiges Zeichen an alle HSV-Anhänger und die deutsche Fußballgemeinschaft bezeichnete: „Wenn man für die Raute schon länger spielt, weiß man natürlich, welche großen Namen schon vor einem das Trikot getragen haben. Das ist eine Legende, dessen Namen und Geschichten man schon oft gehört hat.“

Keegan gewann zweimal den Ballon d’Or

Keegan spielte von 1977 bis 1980 für die Rothosen – zu einer Zeit, in der noch kein einziger Spieler des aktuellen HSV-Kaders geboren war. So auch nicht der Schlussmann Heuer Fernandes, der mit gerade einmal 33 Jahren dienstältester HSV-Profi im Kader ist und auch zugeben musste: „Große Berührungspunkte habe ich persönlich nicht gehabt“, sagte er. Umso wichtiger sei es gewesen, gerade den jüngeren Profis die Bedeutung und Erfolge des Engländers näherzubringen, erklärte Polzin. 

„Ich glaube, es ist ganz normal, wenn die jungen Spieler Schwarz-Weiß-Bilder sehen, dass da nicht direkt die Augen groß leuchten, aber wenn du dann Kevin Keegan mit dem Ballon d’Or zeigst, dann hast du die Aufmerksamkeit aller.“

Bei den mitgereisten Anhängern wiederum waren es im Anschluss an die bewegenden Momente auf dem Trainingsplatz vor allem feuchte Augen. Anschließend rückte jedoch wieder der sportliche Alltag in den Mittelpunkt: Polzin bat seine Mannschaft zur nächsten Trainingseinheit im Ötztal, wo sich der Hansestadt-Klub auf die neue Saison vorbereitet.