Auf einmal hat Thomas Tuchel Unterstützung von einem der bekanntesten Engländer! Nach dem WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien war Robbie Williams zu Gast bei MagentaTV. Der Weltstar hielt ein flammendes Plädoyer für den trotz Rang drei in die Kritik geratenen deutschen Coach der englischen Nationalmannschaft. Stattdessen knüpfte sich der Sänger die Presse und die Einstellung seiner Landsleute vor.

Als Moderator Johannes B. Kerner auf das Thema England zu sprechen kam, da atmete der 1974 in Stoke-on Trent geborene britische Weltstar direkt schwer. „Ich glaube, dass wir ein psychologisches Problem haben. Ich glaube nicht, dass wir ein technisches Problem haben. Ich glaube, wir haben unglaubliche Spieler. Was ist also der Grund dafür, dass wir es nicht über die Ziellinie schaffen, so wie ihr es schon mehrmals geschafft habt“, begann der Popstar.

Williams fand gar kein Ende mehr und redete sich regelrecht in Rage. Immerhin hatte er gemeinsam mit seiner ältesten Tochter Teddy zahlreiche Spiele live im Stadion gesehen. „Ich glaube, es gibt ein psychologisches Problem in England, wo wir uns gegenseitig davon abhalten, daran zu glauben, dass wir es schaffen können. Wir dürfen nicht sagen: ‚Ich kann das. Ich bin derjenige, der das schaffen wird‘. Als Engländer sagen wir: ‚Für wen hältst du dich eigentlich?‘ Ich glaube, das ist ein großes Problem bei uns und unserer Fußballmannschaft.“

Williams wegen Tuchel und Bellingham in Rage

Doch damit noch nicht genug. Williams verteidigte auch Jude Bellingham. Der Star von Real Madrid war in der Vergangenheit immer wieder in den Fokus der Presse geraten und wird in der Heimat auch bei vielen Fans kritisch gesehen. „Wir haben einen Spieler ganz vorne: Bellingham, der stolz mit herausgestreckter Brust dasteht und sagt: ‚Ich schaffe das. Gebt mir den Ball.‘ Und jeder in England versucht, ihm einen Tritt gegen den Kopf zu verpassen und ihn niederzudrücken.“

Ähnlich wie Williams hatte sich übrigens auch Tuchel bereits geäußert. „Er ist dafür in die Kritik geraten, dass er das gesagt hat. Aber es ist die Wahrheit. Das ist unser Problem. Psychologisch gesehen haben wir ein Problem, und das müssen wir überwinden, bevor ich sterbe.“

Robbie Williams (M.) trat vor dem WM-Finale auf
Robbie Williams (M.) trat vor dem WM-Finale aufRobbie Williams (M.) trat vor dem WM-Finale auf© IMAGO/ANP

Williams, der vor dem Finale auftrat und gemeinsam mit Laura Pausini und Nicole Scherzinger die offizielle FIFA-Hymne sang, machte aber noch weiter.

Als Kerner fragte, weshalb Tuchel von der Presse trotz Rang drei so fertig gemacht werde, reagierte der 52 Jahre alte Weltstar gereizt. „Die englische Presse macht Thomas fertig, aber die englische Presse macht absolut jeden fertig, der ihr über den Weg läuft. Wenn man versucht, etwas zu erreichen, wenn man versucht, in der Öffentlichkeit erfolgreich zu sein, dann wird man von ihnen fertiggemacht. Und das ist auch ein weiteres Problem in England.“

Williams ist übrigens riesiger Fußball-Fan. Beim Drittligisten Port Vale aus der Heimatstadt Stoke-on Trent stieg er kürzlich sogar als Trikotsponsor ein und ist offizieller Partner des Vereins.