Im November fand in der Münchner Allianz Arena das erste NFL-Spiel auf deutschem Boden zwischen den Tampa Bay Buccaneers und den Seattle Seahawks statt.
Nach dem Mega-Event war die einhellige Meinung unter den knapp 70.000 Zuschauern, dass die Stimmung nicht besser hätte sein können.
Ins Publikum mischte sich an diesem Nachmittag sogar Oliver Kahn – und auch der Vorstandschef des FC Bayern war begeistert. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
„Ich habe alles auf mich wirken lassen und war auch unten am Spielfeldrand“, sagte Kahn im Podcast bei OMR.com: „Vor allem eines fand ich beeindruckend: Das war diese unglaublich positive Atmosphäre. Die Leute sind gekommen und wollten Spaß haben – den hatten sie.“
„Da werden dir die Fans aufs Dach steigen“
Schnell kam die Frage auf, was man vom NFL-Spektakel auf die Bundesliga übertragen könne, doch da zeigt sich der Bayern-Chef skeptisch. „Bei dem NFL-Spiel sind viele Dinge passiert, wo ich gedacht habe, da werden dir die Fans mal richtig aufs Dach steigen, wenn du versuchst, das im Fußball umzusetzen.“
Kahn ist sogar überzeugt, dass man „95 Prozent der Sachen, die wir gesehen haben, im Fußball nicht bringen kann“. Eine davon: Das Spielen der Hymne vor dem Event. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
„Bevor das NFL-Spiel losging, wurden die Hymnen der USA und Deutschlands gesungen“, erzählte Kahn – und erinnerte an den Saisonstart der Bundesliga: „Das haben wir in Frankfurt auch gemacht. Und dann wurde während der Nationalhymne gepfiffen. Sorry, aber da hört‘s bei mir auf. Warum man da pfeifen muss, wird sich mir nie erschließen.“
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Zwischen den Sportkulturen in Europa und den USA herrsche ein enormer Unterschied, sagt Kahn: „Bei uns hat Fußball sehr viel mit Kultur und Tradition zu tun, aber man darf sich nicht gegenüber Innovationen verschließen.“
Man dürfe sich den Anforderungen der jungen Generation nicht verschließen, das diese „einfach andere Ansprüche an den Fußball und seine Übertragung hat. Auch von einem Stadionbesuch erwarten sie etwas anderes als ein etwas traditionelleres Publikum.“
Bayern-Spiel in den USA? Kahn ist skeptisch
Auf die Frage, ob der FC Bayern die Rollen auch mal tauschen und ein Bundesligaspiel in den USA bestreiten könnte, bleibt der frühere Weltklasse-Keeper skeptisch. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
„Man muss unseren Fans schon zuhören, warum sie das nicht gut finden. Ich kann das gut verstehen, denn man muss sich mal vorstellen, was Fußballfans auf sich nehmen, wenn sie samstags und unter der Woche Fußball schauen. Das heißt, sie müssen quer durch Europa reisen. Das ist alles mit finanziellen Belastungen verbunden. Ein Bundesligaspiel zwischen Bayern und Dortmund, das in New York stattfindet, hört sich zwar großartig an – aber da muss man sich in die Fans reinversetzen.“
Zwar habe der FC Bayern Fans auf der ganzen Welt – doch die einheimischen Anhänger will Kahn keinesfalls vergrätzen: „Was das für ein Aufwand das für diese Fans bedeuten würde! Von München nach New York reisen und den ganzen Aufwand auf sich nehmen. Wir kennen den Wert derer, die jedes Mal in die Allianz Arena kommen, die den FC Bayern überallhin begleiten. Die muss man auch verstehen.“