Johannes Dale-Skjevdal musste trotz eines erfolgreichen Starts in die Weltcup-Saison beim Biathlon eine herbe Enttäuschung hinnehmen. Der Norweger konnte vier seiner fünf Weltcup-Rennen unter den besten Acht abschließen und stand als Zweiter bereits einmal auf dem Podest.
Am vergangenen Sonntag verzichtete Norwegens Nationaltrainer Egil Kristiansen hingegen abermals darauf, den 26-Jährigen für das Staffelaufgebot in Hochpfilzen zu nominieren.
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Für Wirbel sorgt die Begründung des Biathlon-Trainers. „Wenn es heute ein reines Langlaufen gewesen wäre, wäre Dale heute wahrscheinlich in der Staffel dabei“, erklärte Kristiansen dem norwegischen TV-Sender TV2 und fügte an: „Wir wissen aus der Vergangenheit, dass er in der Staffel beim Stehendschießen einige Probleme hatte und diese Erfahrung möchten wir ihm lieber ersparen.“
Kein Dale-Skjevdal in der Staffel? Ex-Stars sauer
Eine öffentliche Äußerung, die vor allem von den ehemaligen norwegischen Biathlon-Stars und heutigen TV-Experten Ole Einar Björndalen und Tiril Eckhoff kritisiert wird.
„Es hört sich so an, als würden sie Johannes Dale in Zukunft von der Teilnahme an der Staffel abschreiben. Ich bin nicht wirklich einverstanden mit dem, was Egil hier sagt. Es ist noch früh im Weltcup, Dale hätte heute starten sollen“, bemängelt Björndalen, bei TV2.
Eckhoff unterstützt die Meinung ihres Kollegen und vermutet: „Ich denke, was Egil sagt, ist wirklich hart. Er hat schon schlechte Erfahrungen mit dem Stehendschießen gemacht. Ich würde nicht sagen, dass es Johannes besser geht, wenn der Trainer das im nationalen Fernsehen sagt, denn er hätte diese Staffel gerne hier gemacht.“
Zu schwach für Staffel? Norweger zeigt sich verbessert
Unabhängig der gewählten Worte lässt sich auch über den sportlichen Hintergrund streiten. Für Dale spricht, dass der Biathlet noch 2019 in Hochpfilzen mit der Staffel gewinnen konnte und dort ein Jahr darauf seinen ersten Weltcup-Sieg feiern durfte.
Auch mit einem Blick auf die Statistik weist Dale enorme Fortschritte beim Stehendschießen auf. Seit 2021/22 steigerte er sich von 64 Prozent auf aktuell 85 Prozent Trefferquote.
Auf der anderen Seite verfügt Norwegen über viel Qualität im Team. Das Quartett um Sturla Holm Laegreid, Tarjei Bö, Johannes Thingnes Bö und Vetle Sjaastad Christiansen gewann die Staffel in Österreich ungefährdet mit 28 Sekunden Vorsprung auf Frankreich und mehr als einer Minute auf die drittplatzierten Deutschen.
Sollte sich Dale-Skjevdal in den kommenden Wochen allerdings weiter in Top-Form zeigen, könnte er in der nächsten Staffel in Oberhof dann den Sprung ins Team schaffen.