Auf der griechischen Insel Zakynthos verbrachte Tom Bischof einen traumhaften Sommerurlaub und tankte Kraft. Zuvor hatte er bereits auf Ibiza die Sonne genossen. Seine Fans machte er mit Bildern aus dem Süden Europas durchaus neidisch.

Nach Wochen der Entspannung ist er wie einige Kollegen zurück an der Säbener Straße, um sich auf die neue Saison mit dem FC Bayern München vorzubereiten. Das Ziel des 21-Jährigen: der große Durchbruch beim deutschen Rekordmeister.

„Ich will jetzt den nächsten Schritt machen“, betonte das Juwel auf der Vereinsseite. Ihm ist bewusst, dass sich mit dem Abgang von Leon Goretzka eine neue Tür im zentralen Mittelfeld aufgetan hat, wo Bischof am liebsten eingesetzt wird.

Tom Bischof soll beim FC Bayern eine größere Rolle einnehmen
Tom Bischof soll beim FC Bayern eine größere Rolle einnehmenTom Bischof soll beim FC Bayern eine größere Rolle einnehmen© IMAGO / Ulrich Wagner

„Im Zentrum spornen Pavlo, Jo Kimmich und ich uns gegenseitig an. Jeder will spielen, dadurch werden alle besser und das hilft der ganzen Mannschaft. Ich traue mir diese Rolle definitiv zu“, sagte Bischof.

Bischof der Profiteur vom Goretzka-Abgang

Die Chancen für den ehemaligen Hoffenheimer, mehr Spielzeit im bayerischen Zentrum zu bekommen, sind angestiegen.

Nach dem Abgang von Leon Goretzka, dessen Trikotnummer 8 Bischof ab sofort übernimmt, ist der 21-Jährige in der Mittelfeld-Hierarchie nach oben geklettert. Einen direkten Ersatz für Goretzka hat der FC Bayern nicht verpflichtet. Leih-Rückkehrer Joao Palhinha, der Goretzkas Position im Zentrum einnehmen könnte, steht in München auf der Verkaufsliste.

Nach SPORT1-Informationen wird Bischof ohnehin in München sehr geschätzt. Er hat für viele die beste Schusstechnik im Team und hat mit Kimmich auch einen wichtigen Fürsprecher.

Zudem kommt dem Talent zu Gute, dass er bereits der Kapitän der deutschen U21 ist und der FC Bayern auch in Zukunft DFB-Stars in seinen Reihen haben will. Seine Förderung dürfte recht hohe Priorität haben. Bei der WM war er bereits ein Kandidat, wurde aber noch nicht nominiert. Nun könnte Bischof bei einem DFB-Neuanfang unter Jürgen Klopp eines der Gesichter der Nationalelf werden.

Bischof: Mit 21 Jahren bereits mehr als 100 Profispiele

Der Jungstar war im Sommer 2025 von der TSG Hoffenheim nach München gewechselt und absolvierte in seiner Premierensaison 39 Pflichtspiele – 21 davon allerdings als Joker. Drei Tore und drei Vorlagen waren ihm dabei gelungen.

Bischof erwies sich als Allzweckwaffe und spielte überwiegend als linker Verteidiger sowie im zentralen Mittelfeld. Sogar als Rechtsverteidiger und Spielmacher half er aus.

Durch die Verpflichtung von Nathaniel Brown, der für rund 50 Millionen Euro Ablöse aus Frankfurt nach München gewechselt ist, rutschte Bischof in der Rangordnung auf der Position des Linksverteidigers zurück. Mit Brown und Alphonso Davies verfügt der Klub über zwei talentierte Spezialisten, weshalb Bischofs nahe Zukunft im zentralen Mittelfeld liegt.

Schon seit mehreren Jahren ist der 21-Jährige im Geschäft und hat bereits mehr als 100 Profispiele absolviert. 2024 bekam er die Fritz-Walter-Medaille in Gold als bester Spieler seines Jahrgangs 2005 in Deutschland. Am 19. März 2022 debütierte er für Hoffenheim in der Bundesliga unter Coach Sebastian Hoeneß, als die Kraichgauer 0:3 bei Hertha BSC verloren – im Alter von gerade einmal 16 Jahren.

Auch den großen Schritt zum FC Bayern hat Bischof nun ohne Nebengeräusche gemeistert. Das mache ihm Lust auf mehr: „Ich habe es oft gesagt: Man wechselt zum FC Bayern, weil es ein Traum ist und weil man hier Titel gewinnen kann. Das ist uns als Mannschaft richtig gut gelungen. Wir haben vergangene Saison brutal zusammengehalten und eine richtig gute Saison gespielt.“

Bischof und die Uno-Leidenschaft

Auch neben dem Platz hat Bischof für frische Impulse gesorgt. Der 21-Jährige ist begeisterter Uno-Spieler und zockt gerne mal mit seinen Kumpels Lennart Karl und Aleks Pavlovic. Beim 4:1-Sieg im Champions-League-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo machten Karl und Bischof gemeinsam einen Uno-Jubel.

Tom Bischof hat beim FC Bayern die Nummer 8 von Leon Goretzka übernommen
Tom Bischof hat beim FC Bayern die Nummer 8 von Leon Goretzka übernommenTom Bischof hat beim FC Bayern die Nummer 8 von Leon Goretzka übernommen

Am Mittwoch gab Bischof sogar bekannt, mit dem Kartenspiel Uno einen neuen Werbepartner gewonnen zu haben. „Im Uno bin ich ganz klar der Beste! Da lass‘ ich nicht mit mir sprechen“, hatte er einst auf einer Pressekonferenz gesagt.

Kompany wies Bischof in die Schranken

Festzuhalten ist, dass Bischof bei öffentlichen Auftritten selten ein Blatt vor den Mund nimmt. Auch deshalb musste ihn Bayern-Cheftrainer Vincent Kompany in der Endphase der vergangenen Bundesliga-Saison schon einmal öffentlich in die Schranken weisen.

Auf die Frage, warum sich Bayern in der Schlussphase der Saison oftmals anfällig für Gegentore zeigte, sagte Bischof: „Ich glaube, dass wir nicht mehr die kleinen Basics machen. Das Gegenpressing nach dem Ballverlust, das fehlt uns in letzter Zeit. Das haben wir die ganze Saison über gemacht“. Sein Coach reagierte schmunzelnd, aber deutlich: „Er ist ein junger Spieler und hat in diesem Interview einen Fehler gemacht.“

Da der Belgier jedoch auf dem Rasen nur sehr selten kleine Patzer seines Spieler ausgemacht hat, dürfte Kompany nun tatsächlich die Tür für mehr Einsätze öffnen. Dass der Trainer vor dem Einbau junger Spieler nicht zurückschreckt, zeigte er unter anderem bei Lennart Karl. Auf Kumpel Bischof wartet eine wegweisende Saison.