Denise Herrmann-Wick schaute in der Oberhofer Frühlingssonne diesmal artig der Konkurrenz beim Feiern zu, doch der Applaus der 13.500 Zuschauer tröstete sie schnell über ihre bislang schlechteste WM-Leistung hinweg. (alle Biathlon-Rennen im LIVETICKER)
Mit vier Fehlern im Stehendschießen wurde Herrmann-Wicks Medaillen-Zug im windigen Einzel unsanft ausgebremst, doch ein Weltuntergang war die vorläufige Feierpause für die zweifache Medaillengewinnerin keineswegs.
Biathlon: Dämpfer für Herrmann-Wick
„Es wurmt mich natürlich. Aber das überschattet nicht das, was schon passiert ist“, betonte Herrmann-Wick und lächelte nur 30 Minuten nach ihrem Zieleinlauf bereits wieder.
Letztlich reichte es nach 15 Kilometern mit einem Rückstand von 3:25,1 Minuten zu Rang 15. „Es ärgert mich schon“, führte sie aus: „Wenn man am Start ist, will man sich so teuer wie möglich verkaufen. Das habe ich stehend definitiv nicht.“ (NEWS: Alles zum Biathlon)
Nach Gold im Sprint und Silber in der Verfolgung soll das Einzel für die Euphorie am Rennsteig aber keineswegs zur Vollbremsung werden. „Zwei Teilleistungen waren gut mit Laufen und Liegendschießen. Aber es gehören drei dazu. Wenn eine nicht stimmt, ist man vorne nicht dabei“, erklärte Herrmann-Wick: „Dann greifen wir halt am Wochenende noch mal an, da sind zwei richtige Highlights.“
Gemeint sind die Staffel am Samstag und der Massenstart am Sonntag. (Biathlon: Weltcup-Stände)
Sophia Schneider als 13. beste Deutsche
Weltmeisterin im Einzel wurde die Schwedin Hanna Öberg („Es ist so wunderbar“) trotz einer Strafminute vor ihrer Teamkollegin Linn Persson (0/+10,3 Sekunden). Bronze holte sich die Italienerin Lisa Vittozzi (1/+28,0). Öberg war im Einzel 2018 Olympiasiegerin geworden und hatte sich 2019 den WM-Titel geholt.
Bei frühlingshaften Temperaturen um zehn Grad und tiefer Strecke war Sophia Schneider als 13. die beste Deutsche. (Biathlon-Weltcup: Kalender der Saison 2022/23)
„Das ist schon cool“, sagte die 25-Jährige. Dabei hatte auch sie sich vier Fehler am Schießstand geleistet (+3:17,6). „Wir wollten um eine Medaille kämpfen. Positiv ist, dass Sophia und Denise sehr gute Laufzeiten hatten. Aber so ist das. Wir kämpfen weiter“, sagte DSV-Trainer Sverre Olsbu Röiseland.
Weiterkämpfen wird die bislang in Oberhof überraschend stark auftrumpfende Schneider.
Johannes Thingens Bö holte bei der Biathlon-WM in Oberhof seine vierte Gold-Medaille im vierten Wettkampf. Schadet die Dominanz des Norwegers dem Sport?
„Leider ist immer der eine stehen geblieben. Das ist ärgerlich, es war nicht so einfach zum Schießen. Ich freue mich aber, dass ich in so einer guten Laufform bin. Ich fühle mich extrem gut“, sagte Schneider, schon Fünfte in der Verfolgung, nach der viertbesten Laufzeit.
Formkurve bei Vanessa Voigt zeigt nach oben
Bei Vanessa Voigt, die in Sprint und Verfolgung herbe Enttäuschungen erlebt hatte, ging die Kurve im Einzel mit dem 19. Platz etwas nach oben. „Ich bin zufrieden. Ich glaube, das Loch war tief genug. Ich weiß nicht, ob ich schon draußen bin, aber das war immerhin ein Lichtblick“, sagte sie nach zwei Schießfehlern.
Am Donnerstag (15.10 Uhr/ARD und Eurosport) geht es mit dem Single Mixed weiter. Man müsse langsam angesichts der Belastungen „schon aufpassen“, so Herrmann-Wick, „dass es nicht zu viel wird.“ Schließlich soll der Medaillen-Zug ja nochmal losrollen.
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