Sind Tennisbälle eine Gefahr für die Gesundheit? Eine These, die auf den ersten Blick absonderlich anmuten mag, beschäftigt derzeit die Stars der Szene.

Den Anstoß dazu gab jüngst Emma Raducanu, die US-Open-Siegerin von 2021. Sie monierte, dass die ständigen Wechsel der Ballmarken von Turnier zu Turnier das Verletzungsrisiko für Spielerinnen und Spieler erhöhen würden.

„Das ist echt nicht gut für die Handgelenke“

„In Indian Wells ist es ganz anders als in Miami. Da ist es feucht und die Bälle schwer. Das ist echt nicht gut für Handgelenke“, monierte die Britin, die vergangenes Jahr zweimal am Handgelenk operiert werden musste. In Indian Wells kamen Bälle der Marke Penn zum Einsatz, in Miami liefert Dunlop an, bei weiteren wiederum dann die Firma Wilson.

Die verschiedenen Spielgeräte unterscheiden sich hinsichtlich ihres Gewichts und anderer Eigenschaften – zu sehr, findet die 21-Jährige: „Ich halte es für wirklich schlecht, dass wir jede Woche wechseln müssen, speziell, wenn man Operationen hinter sich hat. Ich kenne auch viele andere, die Handgelenksprobleme haben. Ich weiß nicht, warum in so ziemlich jedem anderen Sport Konstanz herrscht, während man sich im Tennis jede Woche umstellen muss.“

Auch Djokovic sieht das Thema kritisch

Raducanu ist nicht der einzige Tennis-Star, der sich zu dem Thema kritische Gedanken macht: In der Vergangenheit hatte auch die Nummer 1 der Herren, Novak Djokovic, bemängelt, dass die Spieler oft nicht genug Zeit bekämen, um sich mit anderen Bällen einspielen zu können.

Inzwischen hat sich auch Iga Swiatek zu Wort gemeldet – diplomatischer als Raducanu, aber auch die Polin unterstrich, dass die stetigen Wechsel der Bälle eine Besonderheit ihres Sports seien, die den Wettbewerb nicht unwesentlich beeinflussen würden: „Am wichtigsten ist es, sich an die Bälle und den Untergrund anzupassen. Wer das schnell hinbekommt, spielt besser.“