Es war einer der Aufreger der bisherigen Leichtathletik-EM: Nach dem Finale über 3000 Meter Hindernis am Donnerstagabend kritisierte die gestürzte Lea Meyer ihre deutsche Landsfrau und Europameisterin Gesa Krause deutlich und irritierte mit einem wirren Interview im ZDF.
„Es ist einem ja bewusst, dass Gesa keinen Meter etwas machen wird. Die sitzt es immer aus und rennt dann hinten raus“, kritisierte Meyer und sagte anschließend äußerst selbstbewusst: „Ich behaupte trotzdem, dass ich die beste Hindernisläuferin Europas bin, zu 100 Prozent. Ich finde, ich hätte die Medaille zu 100 Prozent verdient.“
Am Tag nach dem Wettkampf reagierte jetzt auch Europameisterin Krause in der ARD: „Emotionen gehören zum Sport dazu und auch, wenn das ein oder andere manchmal nicht angebracht ist, ist man in einer Situation, wo das Adrenalin, die Wut und die ganzen Emotionen hochkommen.“
„Ich glaube da sagt man auch mal Dinge, die man nicht sagen soll und die man ein paar Stunden später anders sieht“, sagte Krause und zeigte sich versöhnlich: „Die Situation nach dem Rennen war vielleicht etwas ungünstig, aber ich glaube, wir können uns gut in die Augen schauen und wieder an den Start gehen. Sowas gehört eben auch zum Sport dazu.“
Leichtathletik: Krause zeigt Mitgefühl mit Meyer
„Mir tut es unfassbar leid. Ein Sturz ist nicht das, was man sich für so ein Rennen wünscht. Man hat sich ein Jahr vorbereitet. Das ist immer das, wo wir Leistungssportler und Hindernisläufer Angst vor haben. Das ist ihr nicht gegönnt und nicht gewünscht“, äußerte Krause zudem ihr Mitgefühl mit der Konkurrentin.
Meyer hatte sich am Freitagvormittag bereits zu Wort gemeldet und ihr Interview von direkt nach dem Rennen eingeordnet und sich entschuldigt. „Gesa ist verdient Europameisterin geworden! Und auch Alice und Olivia haben sich gestern Medaillen verdient!“, schrieb Meyer in einem Statement bei Instagram.
„Ich habe laut ausgesprochen, was meine Ziele sind“, sagte sie zu ihren forschen Worten zur eigenen Leistungsfähigkeit: „Leider habe ich das sehr unprofessionell und unsportlich formuliert.“ Sie wolle zwar bis zu den Olympischen Spielen 2028 Bestmarken aufstellen, aber behaupte nicht, „dass Gesa den Rekord bis dahin nicht auch schon deutlich nach unten geschraubt hat.“