Humphries triumphiert mit Mega-Comeback
"Die größte Aufholjagd, die dieses Turnier je gesehen hat"
Luke Humphries liegt im Finale des World Grand Prix erst klar hinten, dann dreht er auf. Die Durststrecke von Gerwyn Price geht weiter.
Luke Humphries hat den World Grand Prix mit einem beachtlichen Comeback gewonnen. Im Finale setzte sich der Brite mit 6:4 gegen den furios gestarteten Gerwyn Price durch.
Die Durststrecke des Walisers geht derweil weiter, seit seinem Triumph bei den World Series Finals 2022 ist Price ohne großen Titel. Den World Grand Prix hatte er 2020 gewinnen können. Humphries wiederum siegte erstmals seit drei verlorenen Endspielen bei Major-Turnieren wieder.
Der 41-jährige Price erwischte einen absoluten Traumstart. Der Waliser dominierte den ersten Satz (3:0 in den Legs) nach Belieben. Mit einem 3-Dart-Average von 132,6 (neuer Rekord beim World Grand Prix) stürmte er zum 1:0. “Das war nicht gut, das war galaktisch”, sagte TV-Experte Robert Marijanovc bei SPORT1.
Humphries wacht auf – Price grinst schon
Auch in der Folge war Price tonangebend. Humphries konnte sich zwar das ein- oder andere Leg sichern, doch Price schnappte sich auch den zweiten und den dritten Satz. „Will der hier das Spiel neu erfinden?“, staunte auch SPORT1-Kommentator Sebastian Schwele ob der Einseitigkeit der Partie.
Im vierten Satz entwickelte sich dann erstmals ein enges Duell. Beim Stand von 2:2 nach Legs nahm Humphries 105 Punkte vom Board und sicherte sich so das 1:3. Noch auf der Bühne klatschten sich die beiden Kontrahenten ab, Price ging mit einem breiten Grinsen in die Pause. Ahnte er bereits, was kommen sollte?
Bei Humphries hatte sich die Check-In-Quote merklich gebessert – beim World Grand Prix wird im Modus Double-In/Double-Out gespielt. Auch Satz fünf ging an den Engländer, es stand 2:3. „Jetzt haben wir ein Finale!“, rief Schwele.
„Cool Hand“ in den entscheidenden Momenten zur Stelle
In Satz sechs ging es wieder in den Decider, Humphries machte nun den deutlich besseren Eindruck. Aus dem 0:3 war ein 3:3 geworden. Mit dem 4:3 für Humphries war die Wende dann perfekt. Obwohl es nach Legs 15:15 stand, ging der 31-Jährige nach Sätzen erstmals in Führung. Price lag zu diesem Zeitpunkt bei einem 3-Dart-Average von 95,3, sein Gegenüber (90,9) hatte deutlich aufgeholt.
Aber: Mit einem überzeugenden 3:0 schlug Price zurück, nach Sätzen herrschte wieder Gleichstand. In den entscheidenden Momenten war es dann „Cool Hand“ Humphries, der den Titel perfekt machte. Letztlich landete er bei einem Average von 93,2, Price landete bei 95,4.
Irrer Satzrekord! 225 Sekunden für die Geschichtsbücher
„Das habe ich gebraucht, um etwas Selbstvertrauen zu bekommen, denn es waren schreckliche 15 bis 18 Monate, in denen ich so viele große Finals verloren habe“, sagte Humphries bei Sky: „Ich muss ehrlich sein – ich hatte das Gefühl, dass ich heute Abend nicht viel zu geben hatte, und es gab einen Moment im Spiel, in dem ich dachte: ‚Ich will nicht 0:6 verlieren.'“
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Ihm versüßten zudem 150.000 Pfund (rund 176.000 Euro) als Preisgeld den Triumph. Er ist der erste Spieler, der es beim Major-Turnier viermal nacheinander ins Finale geschafft hat.