Lewis Hamilton musste nach seinem Podiumsplatz beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone einige Stunden zittern. Der Rekordweltmeister musste nach dem Rennen bei den Stewards antanzen. Ferrari schickte einen Teamvertreter gleich mit. Die Untersuchung drehte sich um einen möglichen Verstoß gegen die Gelbflaggen-Regeln. Schließlich gab es am Abend die Erlösung. Die Rennkommissare verhängen keine Strafe und so bleibt Rang drei bestehen.
Auslöser: Audi-Pilot Nico Hülkenberg kam auf der Anfahrt zur National Pit Straight zum Stehen, kurz danach soll Hamilton in dem betreffenden Abschnitt nicht regelkonform reagiert und stark genug abgebremst haben.
„Hamilton fuhr in den betreffenden Sektor ein, bevor eine gelbe Flagge oder eine gelbe Leuchtanzeige angezeigt wurde. Vor Kurve neun gab es keinerlei entsprechende Anzeige. Die erste Leuchtanzeige, auf die er nach Kurve 9 stieß, zeigte unmittelbar vor Kurve 10 grün an“, begründeten die Stewards in einem offiziellen Schreiben.
Hamilton behält Platz drei
Weiter hieß es: „Die gelbe Anzeige auf dem Lenkraddisplay erschien erst, als sich der Fahrer bereits auf der Geraden in Richtung Kurve zehn und nahe dem Ende der Gelbflaggenzone befand. Die Beweislage zeigte somit, dass sich keine gelbe Leuchtanzeige im unmittelbaren Sichtfeld des Fahrers befand.“
Besonders pikant: Der Vorfall eriegnete sich ausgerechnet in einer heißen Phase. Hamilton kämpfte zu diesem Zeitpunkt mit Max Verstappen und hatte den Red-Bull-Piloten gerade erst in Runde 38 überholt. Weil das Rennen am Ende hinter dem Safety Car auslief, hätte selbst eine Strafe von fünf Sekunden massive Folgen gehabt – sie hätte Hamilton von Rang drei bis auf Platz 14 zurückgeworfen.
Dabei stand Hamilton bereits zuvor im Fokus der Regelhüter: Für eine minimale Bewegung vor dem Erlöschen der Startampeln kassierte der siebenmalige Weltmeister eine Zeitstrafe von fünf Sekunden. Er saß sie beim ersten Boxenstopp ab und fiel zwischenzeitlich auf Rang sechs zurück. Ferrari hatte ihn nach eigenen Angaben bewusst nicht vor dem Stopp informiert. Hamilton erklärte später jedoch, ihm sei der Frühstart ohnehin klar gewesen.
Hamilton droht Strafe
Die Stewards hielten in ihrer Begründung zur Szene beim Start fest: „Die Stewards stellten fest, dass nach dem Aufleuchten der dritten roten Lampe und vor dem Startsignal Auto 44 losrollte.“ Und weiter: „Dies war in den Onboard-Aufnahmen klar zu sehen, da sich die gelbe Pirelli-Beschriftung auf dem Reifen nach oben und nach vorn drehte, bevor die Lichter ausgingen.“ Entscheidend sei nicht das Ausmaß: „Dass die Bewegung nur gering war, hebt den Verstoß nicht auf.“
Am Silverstone-Wochenende bilden Gerd Ennser, Tanja Geilhausen, Mathieu Remmerie, Pedro Lamy und Richard Norbury das Stewards-Team. Sie entschieden nun, dass Hamiltons dritter Platz hinter Sieger Charles Leclerc und George Russell Bestand hat.