Athletinnen aus Russland und Belarus werden bei den Weltmeisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik in Frankfurt/Main (12. bis 16. August) ohne ihre jeweiligen Nationalflaggen und Nationalhymnen antreten. Das bestätigte der Deutsche Turnerbund (DTB) am Donnerstag auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung.

Zwar würden beide Delegationen in den Ergebnislisten offenbar weiter unter ihren Ländernamen geführt, sollte eine Athletin aus diesen Delegationen aber eine Medaille oder einen WM-Titel gewinnen, werde man die Flagge des Weltverbands zeigen, begleitet von neutraler Musik, schrieb der DTB laut SZ: Dieser Status sei zwischen World Gymnastics, dem Deutschen Turner-Bund, dem Deutschen Olympischen Sportbund gemeinsam mit der Bundesregierung vereinbart worden.

Turn-Weltverband hob Sanktionen auf

Im Mai hatte der Turn-Weltverband World Gymnastics die Sanktionen gegen Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus eigentlich aufgehoben. Die Entscheidung gilt für Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Trampolinturnen, Sportakrobatik und Sportaerobic.

Der ukrainische Turnverband UGF reagierte bei der EM im bulgarischen Warna Ende Mai mit einer groß angelegten Protestkampagne auf die Wiederzulassung der Flagge und Hymne Russlands bei internationalen Wettkämpfen.

Russische und belarussische Sportler waren nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 weitgehend vom internationalen Sport ausgeschlossen worden.

Inzwischen wurden Athleten beider Länder in einigen Sportarten schrittweise unter neutralem Status wieder zugelassen. Anfang Juli hatte das IOC die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees aufgehoben und einen Teil der Einschränkungen für russische Sportler gelockert.

Diese können damit auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles hoffen.