Für Leon Goretzka war die WM 2026 in allen Belangen eine herbe Enttäuschung. Der 31-Jährige spielte trotz der Außenverteidiger-Funktion von Joshua Kimmich kaum eine Rolle, weil Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha auf der Doppel-Sechs gesetzt waren. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus verspürt Mitleid mit Goretzka – insbesondere aufgrund der unklaren Kommunikation von Julian Nagelsmann.

„Mir tut es leid für Leon, dass er im Endeffekt das Gefühl haben musste, als er zur WM gefahren ist, dass er gesetzt ist auf der Doppel-Sechs. Und dann spielte er im Endeffekt nicht einmal die zweite Rolle, die dritte eher“, führte er im Bild-Format „Lothar legt los“ aus.

Leon Goretzka spielte bei der WM nur eine Nebenrolle
Leon Goretzka spielte bei der WM nur eine NebenrolleLeon Goretzka spielte bei der WM nur eine Nebenrolle© IMAGO/Moritz Müller

WM 2026: So wenig spielte Goretzka

Goretzka kam in der Gruppenphase nur 22 Minuten zum Einsatz und wurde gegen Paraguay zur Halbzeit für Felix Nmecha ins Spiel gebracht. Akzente konnte der Ex-Münchner allerdings kaum setzen.

Als er von Joshua Kimmich im Elfmeterschießen gefragt wurde, ob er den sechsten Versuch übernehmen wolle, lehnte Goretzka ab, woraufhin Tah antrat und verschoss. Ein Indiz dafür, dass sich der Routinier im Laufe der WM nicht wohl fühlte.

WM 2026: War Goretzka als Einzelgänger unterwegs

Bild-Informationen zufolge haben die wenigen Einsätze von Goretzka auch im Team für Fragezeichen gesorgt. Der 73-malige Nationalspieler soll seine Nebenrolle schlecht verkraftet und sich während des Turniers sehr zurückgezogen haben.

Matthäus möchte jedoch keine Kritik am Spieler äußern. „Ich verstehe Leon. Er ist ein ehrgeiziger und ehrlicher Spieler. So ist er auch bei Bayern verabschiedet worden. Da hat er für alle Mitarbeiter noch eine riesige Party geschmissen“, berichtete der Experte.

Die Verantwortung trage Matthäus zufolge vielmehr Nagelsmann selbst und seine Probleme in der Mannschaftsführung. „Dieser Zickzack-Kurs mit Goretzka, der Zickzack-Kurs mit Undav, der Zickzack-Kurs mit Baumann. Das waren ja lauter Zickzack-Kurse“, monierte der 65-Jährige.

„Das ist das, was dann auch Leon im Endeffekt nicht versteht. Wahrscheinlich hat er auch das Gespräch mit Nagelsmann gesucht“, mutmaßt Matthäus.

Nagelsmann stellte Goretzka tragende Rolle in Aussicht

Nach der Nichtnominierung bei der Heim-EM 2024 nahm Goretzka in der WM-Qualifikation eine wichtige Rolle ein. „Stand jetzt wird Leon Goretzka, trotz weniger Spielzeit bei Bayern, gute Chancen haben, zu spielen und eine ähnliche Rolle zu haben wie in der WM-Quali“, sorgte Nagelsmann Anfang März für ein heiß diskutiertes Statement.

Später relativierte er, dass Goretzka „keinen Freifahrtschein“ habe. „Zwischen ‚spielen‘ und ‚spielen‘ gibt es aber Unterschiede. Spielen kann auch zwei Minuten heißen“, machte er deutlich. 

Für Goretzka, dessen Zukunft im DFB-Team unklar ist, steht nun die Suche nach einem neuen Arbeitgeber auf Platz eins der Prioritätenliste. Vor der WM gab es Gerüchte bezüglich eines Wechsels zu Milan. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.