Der designierte Bundestrainer Jürgen Klopp hat ein Gespräch mit DFB-Sportdirektor Rudi Völler bestätigt und verraten, warum es ihm am Herzen liege, gemeinsam mit Völler zusammenzuarbeiten.

„Die Situation ist insofern ungewöhnlich, dass eben nichts entschieden ist, aber trotzdem müssen Gespräche geführt werden. Wenn man dann liest, es wird darüber nachgedacht, ob Rudi Völler im Fall des Falles mit mir kann oder nicht, dann ist es gut, dass wir mal miteinander direkt sprechen. Und an mir wird es nicht scheitern“, sagte Klopp vor dem WM-Achtelfinale zwischen Kolumbien und der Schweiz in seiner Rolle als Experte für MagentaTV.

Jürgen Klopp (r.) soll neuer Bundestrainer werden
Jürgen Klopp (r.) soll neuer Bundestrainer werdenJürgen Klopp (r.) soll neuer Bundestrainer werden© IMAGO/STEINSIEK.CH

Klopp befürwortet Völler-Verbleib beim DFB

Sollte Klopp in naher Zukunft offiziell als Bundestrainer vorgestellt werden, „dann ist es total hilfreich, dass man jemanden hat, der die Abläufe kennt. Rudi, der jahrelange Erfahrung im Verband hat, und ich, wenn ich es werden würde, der ja keinerlei Erfahrung hat. Ich habe nie in der Nationalmannschaft gespielt oder eine trainiert.“

Völler hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass er trotz des schlechten WM-Abschneidens der DFB-Elf weiterhin Sportdirektor des DFB bleiben wird. Klopp soll in der Nationalmannschaft auf Julian Nagelsmann folgen, der vor wenigen Tagen von seinem Amt zurückgetreten war. Offiziell ist ein Engagement Klopps beim DFB noch nicht.

Thomas Müller, ebenfalls als Experte für MagentaTV im Einsatz, brachte unmissverständlich zum Ausdruck, dass er Klopp als neuen Bundestrainer begrüßen würde. Der ehemalige BVB- und Liverpool-Trainer bringe vor allem zahlreiche Eigenschaften und Fähigkeiten mit, die dem DFB auf kurze und lange Sicht helfen würden.

Bundestrainer? Warum Müller Klopp für geeignet hält

„Die Wahl mit Jürgen ist insofern interessant, dass er nicht nur Trainer ist und ein erfolgreicher Trainer war, sondern dass er in seiner jetzigen Rolle (als Head of Global Soccer bei Red Bull; d. Red.) auch mit Strukturierung zu tun hat.“

Müller betonte, dass der DFB „Strukturen aufbauen“ müsse, um zeitnah wieder erfolgreich zu sein. Mit Klopp „kommt jetzt nicht einfach nur ein neuer Trainer, der die Namen auf die Taktiktafel hinschreibt, sondern es geht natürlich auch darum, Strukturen so aufzusetzen, dass die Dinge umgesetzt werden können, die nötig sind“.

Sollte sich der DFB für Jürgen Klopp als neuen Bundestrainer entscheiden, „ist jemand da, der nicht nur die Erfahrung hat: ‚Wie stelle ich meine Mannschaft taktisch ein und ich schreibe die Namen hin‘. Wenn du in England Trainer bist, bist du mehr als ein Trainer. In seiner jetzigen Rolle muss er Mannschaften strukturieren und Strukturen in Teams formen. Er hat ganz andere Abläufe und Gedankengänge, mit denen du dich in den letzten Jahren auch beschäftigt hast.“

Nagelsmann-Nachfolger „hat einen Haufen zu tun“

Müller befand, dass er in Klopp nicht einfach nur einen Trainer sehe, sondern eine Person, die den DFB auf lange Sicht neu strukturieren und einen neuen Anstrich verleihen könne.

Solange Klopp noch nicht offiziell als Nagelsmann-Nachfolger auserkoren wurde, falle es dem 59-Jährigen schwer, sich konkret zu den Themen zu äußern.

„Es ist noch nichts entschieden. Ich habe in meinem Leben viel gemacht und mir war nie nur die erste Mannschaft wichtig. Ich gehe immer davon aus, dass ich langfristig da bin. Das eine ist das nächste Spiel, das andere ist die Zukunft. Natürlich geht es um Struktur, aber man muss in erster Linie wissen, was wirklich passiert“, sagte der TV-Experte.

„Wir als Außenstehende haben gar keine Ahnung. Wer auch immer dort hin kommt, muss sich das anschauen. […]. Es ist vollkommen klar, dass das jetzt nicht so ist, dass ich mich nur alle vier Wochen hinsetze und ein Spiel habe. Es geht um viel und wer es am Ende auch machen wird, der hat einen Haufen zu tun.“