Marokko ist DIE Überraschung der WM in Katar!
Bereits in der Gruppenphase überraschte das Team und setzte sich als Erster vor Kroatien, Belgien und Kanada durch. Es folgten die sensationellen Erfolge gegen Spanien und Portugal. Nun sind die Marokkaner die ersten Afrikaner, die bei einer WM das Halbfinale erreicht haben. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)
Effenberg traut Marokko Titel zu
Ist nun sogar der Titel drin? Für SPORT1-Experte Stefan Effenberg schon. Er zieht beim WM Doppelpass die Parallele mit Europameister Griechenland von 2004: „Warum kann Marokko nicht ins Finale kommen? Griechenland hat die EM auch schon gewonnen. Marokko spielt so, wie wir uns das vorgestellt haben. Ich wünsche mir das Finale Kroaten Marokko. Marokko verteidigt geschlossen und diszipliniert.“ Dabei wartet mit Frankreich nun der Titelverteidiger. (DATEN: WM-Spielplan 2022)
Azzouzi feiert Marokko-Märchen
Für Rachid Azzouzi ist das egal. Der Sportdirektor von Greuther Fürth spielte mit Marokko die WM 1994 und 1998 und fiebert nun mit seinen Landsleuten mit.
„Wir haben 0,0 Druck. Das ist weniger Druck, das ist vielmehr Motivation. Wir haben vor den Spielen bei dieser WM immer gehört, dass wir wohl wenig Chancen haben. Aber ganz ehrlich: Wieso sollen wir die nicht schlagen?“, findet der 51-Jährige.
Er fügt an: „Marokko hat gezeigt, dass man mit viel Leidenschaft Vieles erreichen kann. Traumhaft.“
Azzouzi sieht vor allem einen Grund für den Erfolg der Mannschaft: „Sie stellen ihr Ego hinten an. Sie haben tolle Fußballer wie Ziyech oder Amrabat, aber sie ordnen ihre Leistung der Mannschaft unter. Sie schmeißen sich für den anderen in die Zweikämpfe, das hat bei uns früher gefehlt.“
Azzouzi: In Deutschland „muss sich jeder hinterfragen“
Azzouzi sieht eklatante Unterschiede zwischen Marokko und Spanien, auch Deutschland.
„Als es gegen Spanien ins Elfmeterschießen ging, haben sich 30.000 im Stadion auf das Elfmeterschießen gefreut. Die 3.000 Spanier hatten dagegen die Angst in den Augen. Bei uns ist das kein Druck, sondern Motivation“, jubelt Azzouzi und ergänzt: „Das ist bei den Argentiniern ähnlich mit den Fans, die sich einfach über dieses Fußball-Turnier freuen. Das ist auch das, was Deutschland ein Stück weit gefehlt hat.“
Der Marokkaner wird im WM Doppelpass auf SPORT1 noch deutlicher: „Da muss sich halt auch jeder hinterfragen, finde ich. Auch die Öffentlichkeit. Und letztlich auch ihr Medien. Was ihr aus diesem Turnier gemacht habt, es ist eine Fußball-Weltmeisterschaft. Natürlich ist es wichtig, dass man Dinge anspricht, auch klar anspricht und versucht, diese Dinge zu verändern. Aber nicht von oben herab. Und sich auch nicht die Freude nehmen lassen auf ein Fußball-Turnier, das alle vier Jahre stattfindet und wo sich auch jeder drauf freut. Ich glaube diese Freude ist den deutschen Spielern leider ein bisschen genommen worden. Wir haben sie.“
Während Marokko nun im Halbfinale steht, war die deutsche Nationalmannschaft in der Vorrunde ausgeschieden.