„Alarmstufe rot im deutschen Fußball“, titelte die FAZ im Dezember 2020.

“DFB-Nachwuchschef schlägt Alarm: „Es ist 5 nach 12″, schrieb SPORT1 im März dieses Jahres.

“Warum der deutsche Nachwuchs in der Krise steckt“, berichtete der Tagesspiegel kürzlich erst.

“Wir haben alle so viel und oft über die Qualität des deutschen Nachwuchses gesprochen und sie beklagt“, sagte Bundestrainer Hansi Flick am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem WM-Qualispiel gegen Rumänien (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER): „Und jetzt sind relativ schnell ganz junge, tolle Spieler dabei.“

Beim DFB sorgen die jungen Wilden mit Blick auf die Krise im Nachwuchsfußball für Erheiterung und Aufbruchstimmung. SPORT1 erklärt, wie Flick jetzt mit der „Next Generation“ plant.

Florian Wirtz (18 Jahre/Leverkusen/3 A-Länderspiele):

Leverkusens Ausnahmetalent kommt bereits auf 42 Bundesliga-Einsätze. In der Branche wird der gebürtige Kölner als künftiger 100-Millionen-Transfer gesehen. Auch Flick hält große Stücke auf das Top-Talent. Womöglich wird Wirtz gegen Rumänien erstmals in einem A-Länderspiel in der Startelf stehen, schließlich stand er am Donnerstag im Abschlusstraining anstelle von Leroy Sané in der A-Mannschaft.

„Mit seiner Unbekümmertheit ist er ein Riesengewinn für die Mannschaft“, findet Flick. „Florian macht seine Sache sehr gut. Einfach klasse, wie er sich aktuell entwickelt.“ Wirtz gehört auch im DFB-Team die Zukunft. Flick sieht ihn als klaren Zehner. Werden die Routiniers Marco Reus und Thomas Müller mittelfristig ihre Karrieren beenden, wird Wirtz der deutsche Spielmacher der Zukunft sein. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der WM-Qualifikation)

Jamal Musiala (18/Bayern/8):

Bereits als Bayern-Trainer setzte Flick voll auf Musiala und verhalf dem Küken zum Profi-Durchbruch. Der EM-Teilnehmer kam einst unter Flick bei den Bayern zu 38 Einsätzen und erzielte dabei sieben Tore. Flick schätzt am einstigen englischen Junioren-Nationalspieler, dass er mit seiner unbekümmerten Bolzplatz-Mentalität auf engstem Raum in die Dribblings gehen und für überraschende Momente sorgen kann.Genauso wie Wirtz gehört natürlich auch Musiala die Zukunft. Aufgrund des Überangebots im zentralen Mittelfeld sieht Flick den Youngster zurzeit allerdings eher auf den Flügeln.

Karim Adeyemi (19/Salzburg/1):

Der gebürtige Münchner ist Salzburgs Tormaschine. Auf elf Treffer in 16 Pflichtspielen kommt er in dieser Saison. Klar, dass Adeyemi auch beim DFB-Team in die Startelf drängt. Flick sieht ihn als potenziellen Wand- und Zielspieler im Angriff und testet ihn im Training immer wieder im Angriff für Timo Werner. Der sechs Jahre ältere Chelsea-Stürmer schwärmt von seinem Konkurrenten: „Wenn ich in dem Alter schon bei der Nationalmannschaft gewesen wäre, wäre ich deutlich nervöser gewesen. Er macht das sehr gut und bringt eine unglaubliche Qualität im Abschluss und bei der Geschwindigkeit mit.“

Nico Schlotterbeck (21/Freiburg/0):

Der 1,91 Meter große Innenverteidiger wartet noch auf sein Länderspiel-Debüt. Bereits im September nahm ihn Flick bei seinem DFB-Auftakt mit. Schlotterbeck führte die U21 im Sommer als Abwehrchef zum Europameister-Titel und kommt für Union und Freiburg auch schon auf 48 Bundesliga-Spiele. Was Flick an Schlotterbeck gefällt: Der Linksfuß verteidigt äußerst selbstbewusst und kann wegen seiner fußballerischen Qualität sogar im Mittelfeld spielen. Klar ist allerdings: Mit Toni Rüdiger und Niklas Süle, die zurzeit im Innenblock gesetzt sind, sowie Matthias Ginter, Thilo Kehrer und dem zurzeit angeschlagenen Mats Hummels herrscht ein riesiger Konkurrenzkampf. Schlotterbeck wird es definitiv schwer haben.

David Raum (23/Hoffenheim/1):

Mit seinen 23 Jahren ist der Neu-Hoffenheimer (kam aus der 2. Liga von Fürth) der Älteste aus der „Next Generation“. Der Linksverteidiger wurde im Sommer U21-Europameister und spielte zudem noch bei Olympia. Für ihn ging es in den letzten Monaten rasant bergauf. Raum profitiert von der Linksverteidiger-Not beim DFB und dem verletzungsbedingten Ausfall von Bergamo-Star Robin Gosens.

Was Flick an Raum gefällt: Der pfeilschnelle Verteidiger (Tempo 35 km/h) interpretiert seine Position äußerst offensiv, traut sich viel und schlägt gefährliche Flanken. Klar ist aber auch: Für Raum, der wohl heute seinen ersten Einsatz bekommt, wird es auf Dauer schwierig, sich hinten links durchzusetzen. (DATEN: Tabellen der WM-Qualifikation)

Weiterhin zählen Wolfsburgs Ridle Baku, der diesmal nicht nominiert wurde, sowie Lukas Nmecha (Wolfsburg), Luca Netz (Gladbach) und Youssoufa Moukoko (Dortmund) zu potenziellen Spielern, die künftig auch beim DFB-Team zur „Next Generation“ gehören könnten.

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