Der Kader des FC Bayern bleibt vergleichsweise klein. Mit Nathaniel Brown und Ismael Saibari hat sich der Rekordmeister lediglich in homöopathischer Dosis verstärkt. Dem gegenüber stehen Verkäufe im Wert von 40 Millionen Euro sowie der Wunsch, das Problem-Trio aus Joao Palhinha, Sacha Boey und Bryan Zaragoza abzugeben.

„Der Klub hat ein klares Statement abgegeben, da sind wir auf einer gemeinsamen Linie“, sagte Trainer Vincent Kompany am Montagmittag deutscher Zeit im koreanischen Jeju, als er auf die knallharte Verkaufsansage von Max Eberl angesprochen wurde. Der Sportvorstand hatte zu Beginn der PR-Reise in Fernost sogar nochmal nachgelegt und den Plan des Klubs bekräftigt: Die drei genannten Spieler sollen gehen. Respekt ja, aber eine zweite sportliche Chance wird es nicht geben.

Vincent Kompany an der Pfeife
Vincent Kompany an der PfeifeVincent Kompany an der Pfeife© IMAGO/Kirchner-Media

FC Bayern: Einem Trio mangelt es an Flexibilität

Auffällig ist, dass Palhinha, Boey und Zaragoza allesamt nicht über das verfügen, was beim FC Bayern seit langem gefordert wird: Flexibilität. Die drei Profis gelten auf ihre jeweiligen Positionen festgelegt.

Besonders offenkundig wurde das immer wieder bei Boey, der unter Kompany oftmals nur von Beginn an spielen durfte, nachdem der Coach auf mehreren Positionen umgebaut hatte. Hauptsache, der Franzose landete irgendwie auf der rechten Außenverteidigerposition.

Dort ist mittlerweile Konrad Laimer fest zu Hause, der sich in der vergangenen Saison mit Josip Stanisic abwechselte. Mit der Verpflichtung von Brown haben die Bayern dort eine weitere Option hinzugewonnen – auch wenn der WM-Teilnehmer vornehmlich für die linke Seite als Druckmittel für Alphonso Davies eingeplant ist. Landet Laimer also bei so viel Möglichkeiten irgendwann sogar wieder auf der Sechserposition?

Laimer: „Ich habe keine Ahnung“

„Wahrscheinlich gibt es nur noch zwei Positionen, auf denen ich spielen werde – wo ich mich auch sehr wohlfühle. Vielleicht aber auch nur eine oder wieder vier oder fünf. Ich habe keine Ahnung“, erklärte der Österreicher in Korea lachend.

Obendrein wiederholte er erneut seine Botschaft der vergangenen Jahre: „Ich fühle mich auf vielen Positionen wohl. Rechts hinten und links hinten – ich denke, ich kann auf beiden Positionen mit meinem Spielstil der Mannschaft viel geben. Wenn es mal wieder woanders sein sollte, wäre es auch kein Problem. Wo ich spiele, ist mir egal – Hauptsache auf dem Platz.“

Kehrt Laimer zu seinen Wurzeln zurück?

Das klingt so, als wittere Laimer tatsächlich doch noch die Möglichkeit, zumindest ab und an vor der Abwehr aufzulaufen. Es wäre die Rückkehr zu seinen Wurzeln. Und: Die Münchner wären durch diese Flexibilität noch schwerer auszurechnen. Die Dominanz dürfte nochmals steigen.

Für diese mögliche Marschroute spricht, dass die Bayern mit dem Verkauf von Noel Aseko zunächst mit den drei gestandenen zentralen Mittelfeldspielern Joshua Kimmich, Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof in die Saison gehen wollen – ergänzt durch den 18-jährigen Bara Sapoko Ndiaye. Dessen feste Verpflichtung steht kurz bevor, bringt aber noch organisatorische Probleme mit sich.

In einer langen Saison ist es gut möglich, dass sich der Youngster als nicht konstant genug erweist oder beim Stammpersonal Verletzungen auftreten – gerade Kimmich hat seinen dritten Sommer mit großem Turnier in Folge in den Knochen.