Oliver Kahn hat die Vertragsverlängerung von Borussia Dortmund mit Nico Schlotterbeck hinterfragt.
In der Sendung „Triple – der Hagedorn-Fussballtalk“ bei Sky wurde vor allem die im neuen Arbeitspapier verankerte Ausstiegsklausel intensiv diskutiert. „Aus wirtschaftlicher Sicht gibt es durchaus einen Punkt, so etwas zu machen“, meinte Kahn, merkte aber auch an: „Allerdings ist dann immer die Frage, welchen Preis bezahlst du als Verein dafür, dass du alles erfüllt hast, was Schlotterbeck an Forderungen gehabt hat.“
Darüber hinaus fragte sich Kahn: „Ist es das wirklich wert gewesen, kommen jetzt dann die anderen bei den nächsten Verhandlungen und jeder möchte jetzt auch noch seine Ideen durchsetzen?“
Kahn kann BVB-Fans verstehen
Mit Pfiffen und Unmut war Schlotterbeck am Wochenende von den eigenen Fans im Signal Iduna Park empfangen worden – trotz der Vertragsverlängerung bis 2031.
Dank der Ausstiegsklausel könnte Schlotterbeck schon im WM-Sommer 2026 zu bestimmten europäischen Topklubs wechseln.
Die Ablehnung der BVB-Anhänger kann Kahn daher verstehen. „Für die Fans ist es eher unglaubwürdig, weil der Spieler jetzt schwer sagen kann: Ich verpflichte mich für Borussia Dortmund, habe meinen Vertrag verlängert und dann sage ich nach der Fußball-Weltmeisterschaft: ‚Ah, jetzt ist aber doch noch ein besserer Verein gekommen. Und ja, jetzt gehe ich halt.‘ Das hat ein bisschen einen Beigeschmack.“
Der ehemalige BVB-Star Roman Weidenfeller zeigte sich weniger kritisch und verwies darauf, dass die Klausel nur für wenige Spitzenteams gelte. „Ich glaube, von der Vereinsseite aus war es einfach wichtig, jetzt erst einmal ein positives Signal zu senden“, meinte der Weltmeister von 2014.