Florian Lipowitz hat wenige Wochen vor dem Start der Tour de France bemerkenswert offen über die physisch und mental schwierige Zeit nach seinem überraschenden Podiums-Coup im Vorjahr gesprochen. Im Interview mit Eurosport schilderte der Gesamt-Dritte von 2025, wie sehr ihn der plötzliche Rummel und die Belastung nach dem Karriere-Highlight mitgenommen haben.

„Grundsätzlich fiel es mir schwer, mich zu erholen, herunterzukommen, einen Schritt weg vom Radsport zu machen“, sagte Lipowitz und berichtete, dass sein Körper nach der langen Saison irgendwann stoppte: „Sobald ich intensiver gefahren bin, bin ich immer wieder krank geworden. Der Körper hat einfach gesagt, er kann nicht mehr.“ Die Konsequenz war ein vorzeitiges Saisonende, um die nötige Regeneration einzuleiten.

Kann Florian Lipowitz auch bei der Tour de France 2026 überzeugen?
Kann Florian Lipowitz auch bei der Tour de France 2026 überzeugen?Kann Florian Lipowitz auch bei der Tour de France 2026 überzeugen?© IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Lipowitz spricht über schwierige Phase nach der Tour de France

Erst eine längere Pause brachte die Wende. Nach einer achtwöchigen Pause habe er sich „mental gut erholt“, erklärte Lipowitz. Zwar sei der Wiedereinstieg ins Training „nicht ganz so schön“ gewesen, insgesamt blickt er jedoch positiv auf die vergangenen Monate zurück.

Sein starkes Frühjahr mit Top-Resultaten bei mehreren Rundfahrten habe ihm das nötige Selbstvertrauen für die nächste Tour gegeben. Andererseits könne er dort nicht mehr so frei und unbekümmert fahren wie bei seiner Premiere im vergangenen Jahr.

Lipowitz: „Denke, dass ich viel im letzten Jahr gelernt habe“

„Es ist eine sehr schwere Aufgabe. Ich versuche, mir nicht so viel Druck zu machen, deshalb ist es auch sehr gut, dass wir als Doppelspitze (mit Remco Evenepoel; Anm. d. Red.) zur Tour gehen. So können wir uns beide den Druck aufteilen und davon profitieren“, schilderte Lipowitz.

„Während der Tour werde ich sehen, wie groß der Trubel sein wird, wie ich mit dem Drumherum ums Radrennfahren umgehen werde“, meint der Deutsche: „Aber ich denke, dass ich viel im letzten Jahr gelernt und mich als Person weiterentwickelt habe – und so auch besser damit umgehen kann.“

Sportlich ordnet Lipowitz seine Chancen nüchtern ein. Einen echten Dreikampf mit Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard sieht er nicht, vielmehr sei „das Rennen offen um Platz drei“. Vingegaard verortet er aktuell „nochmal zwei Schritte vor allen anderen“, zugleich warnte er vor weiteren Kandidaten für das Podium. Besonders Paul Seixas traut Lipowitz viel zu.