Rekordnationalspieler Lothar Matthäus ist überzeugt, dass die Beziehung von Bayern-Trainer Thomas Tuchel und Ehrenpräsident Uli Hoeneß großes Konfliktpotenzial birgt.
„Wenn ich die Aussage von Uli Hoeneß als Trainer mitbekommen würde, dann würde ich mich fragen: Was mache ich überhaupt dort, wenn der andere Trainer besser ist als ich?“, erklärte Matthäus im Interview mit der SportBild – und spielte damit auf die Freistellung von Julian Nagelsmann an, die Hoeneß jüngst in Zweifel gezogen hatte.
Dies sei eine Aussage gewesen, „die Thomas Tuchel sicher mitbekommen hat – und auf die es, so wie ich Thomas kennengelernt habe, irgendwann auch eine Antwort geben wird. Das Thema ist sicher noch nicht beendet“, sagte Matthäus weiter.
Durch Hoeneß‘ Vorgehen entstehe „automatisch Misstrauen“.
Hoeneß kritisiert Tuchel
Der Bayern-Ehrenpräsident hatte die Freistellung von Nagelsmann im vergangenen März als „nicht unbedingt klug“ bezeichnet. Zugleich übte er Kritik an Tuchel für dessen öffentliche Forderungen nach neuen Spielern beim Rekordmeister.
„Natürlich wird Thomas das registrieren und sich Gedanken machen. Eingangs dachte man, dass Hoeneß und Tuchel miteinander harmonieren, wenn ich beispielsweise an die gemeinsamen Fotos am Trainingsplatz denke. Nun sind unterschiedliche Meinungen da“, sagte Matthäus.
Tuchel habe „das Recht, intern Spieler zu fordern. Dass er das öffentlich macht, muss sich der FC Bayern aber auch nicht gefallen lassen. Er hat ja indirekt gesagt, dass ihm kein guter Kader hingestellt wurde“.
- Bundesliga-Highlights im Video
- Alle Bundesliga-News
- SPORT1 Bundesliga Classics: Historische Momente im Video
Es sei „der falsche Weg, das über die Medien zu machen. Das ist Tuchel zu offensiv angegangen“, meinte der 62-Jährige, der geglaubt habe, der FC Bayern „hätte aus der Vergangenheit gelernt“. Doch „anscheinend ist es nicht so. Ich finde das nicht gut für die Stimmung, es ist unnötig“.