Manuel Gräfe hat dem SC Freiburg Hoffnung gemacht, dass das Sportgericht des DFB im Fall der Wechsel-Panne des FC Bayern am vergangenen Samstag beim 4:1-Sieg der Münchner im Breisgau zu Gunsten der Gastgeber entscheiden könnte.

Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter berief sich auf einen Regelabsatz des Deutschen Fußball-Bundes (Regel 3, Absatz 3), der den Auswechselvorgang genau definiert. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

„Darin ist festgelegt, dass ein Wechsel vollzogen ist, wenn der Spieler das Feld betritt, aber dafür gibt es mehrere Bedingungen. Eine ist die Zustimmung des Schiedsrichters, eine weitere, dass der Spieler das Feld verlassen muss. Also war der Wechsel von Sabitzer/Coman im Wechselslot mit Süle de facto noch nicht abgeschlossen“, erläuterte Gräfe in der Bild.

Gräfe macht Freiburg mit DFB-Regel Hoffnung

Der 48-Jährige, der vergangenes Jahr aufgrund der überschrittenen Altersgrenze des DFB seine Karriere als Elite-Referee beenden musste, ergänzte: „Die Auswechslung wurde formal erst in der nächsten Spielunterbrechung vollzogen und das wäre dann gegebenenfalls ein vierter Wechselslot der Bayern, der gegen die Durchführungsbestimmungen verstoßen würde. Für diese sind seit dem Grundsatzurteil gegen Wolfsburg – ein Spielerwechsel zu viel – die Vereine verantwortlich – das würde bedeuten: 2:0-Sieg und drei Punkte für Freiburg!“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Eine ganz andere Meinung hat mit Thorsten Kinhöfer ein weiterer Ex-Referee. Für den 53-Jährigen, der 2015 sein letztes Bundesligaspiel pfiff, ist jetzt schon sicher, dass der Einspruch der Breisgauer scheitern wird.

„Das sehe ich komplett anders als Manuel Gräfe“, sagt Kinhöfer bei SPORT1. „Ich denke, dass wir das Urteil nicht nach der Rechts- und Verfahrensordnung erwarten können – sondern wegen des Regelverstoßes des Schiedsrichters.“

Kinhöfer: „Ich würde einiges darauf wetten“

Es stelle sich die Frage, wie stark der Regelverstoß war: „Hat er (Kingsley Coman, d. R.) eine Minute mitgespielt oder zehn Sekunden? War er an einer Torbeteiligung involviert oder nicht? In dem Fall war es so, dass es nur 16 Sekunden waren, in denen er nicht mal den Ball berührt hat“, schildert Kinhöfer.

Die Sachlage sei demnach völlig klar, stellt der frühere FIFA-Schiedsrichter fest: „Dementsprechend wird das Urteil so lauten, dass das Spielergebnis nicht angetastet wird. Ich würde sogar einiges darauf wetten, dass es nicht zu Gunsten des SC Freiburg gewertet wird.“

Doch auch Gräfe ging noch auf eine andere Variante ein. „Das Sportgericht zählt den Wechsel formal noch – obwohl nicht korrekt vollzogen – zum Süle-Wechsel-Slot hinzu. Bayern würde dann sehr wahrscheinlich den 4:1-Sieg behalten.“

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nCAPTION: Bundesliga: So kam es beim FC Bayern zu der Wechsel-Panne in Freiburg
nDESCRIPTION: Dem FC Bayern unterläuft beim 4:1-Sieg gegen den SC Freiburg kurz vor Schluss ein Wechselfehler. Nach 86 Minuten hatte der Spitzenreiter einen Doppelwechsel vorgenommen – doch dabei standen für knapp 20 Sekunden zwölf Bayern-Profis auf dem Rasen.

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Bei der Einwechslung von Marcel Sabitzer hatte Bayern für etwa 17 Sekunden zu zwölft gespielt, da Kingsley Coman den Platz nicht verlassen hatte, nachdem auf der Anzeigetafel nicht seine Rückennummer eingeblendet worden war.

Freiburg hatte sich deshalb am Montag zu einem Einspruch gegen die Wertung des Spiels entschlossen. Nun muss das DFB-Sportgericht über den Fall entscheiden, der in den vergangenen Tagen für reichlich Diskussionen gesorgt hatte. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Julian Nagelsmann kritisierte die Verantwortlichen des Sportclubs für den Protest. „Aus persönlicher Sicht kann ich es nicht verstehen, dass Freiburg das macht. Sie hätten in den 18 Sekunden sicherlich nicht zwei Tore gemacht. Ich persönlich hätte es nicht gemacht. Ich finde, dass du dann den Fehler eines Dritten ausnutzt, um selber vielleicht zu Punkten zu kommen“, erklärte der Trainer der Münchner auf der Pressekonferenz vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League beim FC Villarreal.

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