Nicht nur auf dem Court bahnt sich das Ende der Warriors-Dynastie an.
Auch der wohl wichtigste Strippenzieher hinter den Kulissen scheint vor dem Absprung zu stehen. Bei den Meisterschaften 2015, 2017, 2018 und 2022 stellte er den Kader zusammen, seit 2011 arbeitete er für die Franchise. Nun steht er offenbar vor dem Aus.
Gemeint ist natürlich Bob Myers, der seit 2012 als General Manager die Geschicke der Franchise leitet und seit 2016 als President of Basketball Operations tätig ist. Der Vertrag des 48-Jährigen läuft zum 30. Juni aus, eine Verlängerung ist momentan nicht in Sicht. Vertragsgespräche fanden in den letzten Monaten zwar statt, sind aktuell aber aus Eis gelegt.
ESPN berichtet, dass Warriors-Besitzer Joe Lacob Myers mehrere Vertragsangebote vorgelegt haben soll, die ihn zu einem der bestbezahltesten Manager der Liga machen würden. Darin inbegriffen befände sich wohl sogar die von Myers gewünschte Option, sich bei Bedarf eine Auszeit nehmen zu dürfen.
Myers selbst soll jedoch weiterhin unschlüssig über seine Zukunft sein. Wenig verwunderlich also, dass er beim Treffen aller NBA-GMs am Dienstag nicht teilnahm, weshalb die Franchise dort von Vize-Präsident Mike Dunleavy Jr. vertreten wurde.
In der Organisation wächst offenbar der Gedanke, dass Myers unabhängig von der Höhe des Angebots entscheiden wird, da er eine ruhigere Arbeitsumgebung anstrebt.
Was durchaus Sinn macht, wenn man bedenkt, wieviel Tribut das letzte Jahrzehnt als Warriors-Architekt forderte. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass sich das ändern wird.
NBA: Golden State Warriors haben „eine Menge zu klären“
Nach dem Ausscheiden der Warriors in den Playoffs steht in der Free Agency in diesem Sommer eine grundlegende Umstrukturierung an, wie auch Trainer Steve Kerr zu verstehen gab.
„Unsere Organisation hat in diesem Sommer eine Menge zu klären“, sagte Kerr am Dienstag, der den Druck auf Myers nicht verringerte: „Im Moment ist Bobs Vertragssituation die Nummer eins, denn sie beeinflusst viele der Spielerentscheidungen, die getroffen werden müssen: Verträge, Draft, Free Agency. Wir werden uns um meine Sachen kümmern, wenn es soweit ist, und ich habe es damit nicht eilig.“
Wie ESPN weiter berichtet, wird Myers aus anderen Sportligen sowie von Private-Equity-Fonds gelockt, wo er eine Rolle mit weniger Druck und Stress einnehmen könnte.
Eine endgültige Entscheidung wird von Myers in den kommenden Wochen erwartet. Wird sich der Meistermacher diesen Stress und Druck nochmal antun?