Jetzt hat auch Frankreich Bekanntschaft mit dem Paraguay-Rüpel gemacht! Als Matías Galarza die WM-Bühne verließ, flossen sogar Tränen. Dabei hatte der Paraguayer im Achtelfinale gegen Frankreich (0:1) zuvor keineswegs einen sanften Eindruck hinterlassen – als auffälligster Provokateur sorgte Galarza mit mehreren Unsportlichkeiten für Aufsehen.

„Jeder hat das Spiel gespielt, das er spielen wollte“, sagte der 24-Jährige lapidar über die ruppige Spielweise der Südamerikaner.

Galarza, der in Argentinien bei River Plate unter Vertrag steht, sich aber einen neuen Klub suchen soll, war vom überforderten Schiedsrichter Ilgis Tantaschew (Usbekistan) sowie den Video-Assistenten mehrmals verschont worden. Erst schlug er im Lauf gegen den Arm von Kylian Mbappé, auch gegen Jules Koundé holte Galarza kurz vor dem Ende zum Schlag aus, traf ihn aber nicht richtig.

Galarza mit einer theatralischen Einlage
Galarza mit einer theatralischen EinlageGalarza mit einer theatralischen Einlage© picture-alliance/NurPhoto/SID/Ulrik Pedersen

Dazu fiel er in einer Konfrontation mit Michael Olise theatralisch zu Boden. Vor Mbappés Elfmeter war es dann Teamkollege Gustavo Velázquez, der versuchte, den Punkt zu ramponieren, während Galarza in Diskussionen mit dem Schiedsrichter verwickelt war.

Galarza entnervte schon Fußball-Deutschland

Galarza – da war doch was? Bereits im Sechzehntelfinale gegen Deutschland hatte Galarza mehrmals für Ärger gesorgt, sodass Jamal Musiala irgendwann genug hatte.

Nach einem Ballverlust in einem Duell mit Galarza, der nicht mit einem Freistoß geahndet wurde, senste Musiala seinen Gegenspieler, der ihn dabei tunnelte, um und sah zu Recht die Gelbe Karte. Wenig später wiederum revanchierte sich Galarza mit einem Tritt in Musialas Hacke.

Und auch reichlich Theatralik stellte er gegen das DFB-Team zur Schau. „Dass der in der 120. Minute noch auf dem Platz steht, ist ein Wunder für sich. Der hat ausgeteilt“.“, sagte MagentaTV-Kommentator Wolff-Christoph Fuss damals: „Er hat mit dafür gesorgt, dass Paraguay das Spiel wie eine Kneipenschlägerei gestaltet hat.“

Verwunderung darüber, dass er das Spiel beenden durfte, herrschte auch nach dem nächsten Fight gegen Frankreich.

Ittrich kritisiert überforderten Schiedsrichter

„Immer der Sportkamerad Galarza, der hätte für mich gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen“, kritisierte der ehemalige Bundesliga-Referee Patrick Ittrich bei MagentaTV. Die Aktion gegen Mbappé sei ein „astreiner Schlag“ gewesen: „Er hat nichts anderes vor, als den Spieler zu schlagen.“ Dem Schiedsrichter warf Ittrich Kontrollverlust vor.

Trainer Didier Deschamps sagte: „Sie haben viele Fouls gemacht, vor allem gegen Kylian.“ Offensivspieler Rayan Cherki meinte: „Wie viele Fouls gab es, 30, 40? Wie viele Gelbe Karten gab es? Dazu habe ich nichts mehr zu sagen.“ 

 „Wenn wir uns die Hände schmutzig machen müssen, dann machen wir uns die Hände schmutzig. Sie wollten nur kämpfen. Wir können auch dreckig spielen, aber waren trotzdem besser als sie“, betonte Kylian Mbappé.

L’Équipe schrieb: „Jede Spielunterbrechung bot Gelegenheit zur Provokation, jedes Zweikampf war darauf ausgerichtet, wehzutun, jeder Kontakt sollte provozieren.“ Auch weitere Medien wunderten sich über die Spielweise Paraguays und insbesondere Galarzas.

Paraguay-Rüpel verabschiedet sich mit Tränen

Torhüter Orlando Gill, der im Elfmeterschießen des Sechzehntelfinals gegen das DFB-Team zum Helden aufgestiegen war, wies den Vorwurf einiger französischer Spieler zurück, Paraguay habe zu hart gespielt. „Das ist Fußball. Wenn sie das nicht gewohnt sind – was sollen wir da machen?“, betonte er: „So ist Paraguay eben – eine harte Mannschaft.“

Anders als gegen Deutschland reichte es diesmal nicht zum Sieg. „Es ist schwierig zu vermitteln, was wir fühlen. Wir gehen mit einem bitteren Gefühl“, sagte Galarza. Ein kleiner Trost für die Gegenspieler? Galarza schied mit Tränen in den Augen aus – und einem unrühmlichen Negativwert. Bei dieser WM wurde er 16-mal ausgespielt, so oft wie kein anderer Spieler.

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