Ben Healy hat Tadej Pogacar in einem Punkt auf eine Stufe mit Lance Armstrong gestellt – was seine Prominenz angeht. Der Ire beantwortete die Frage, ob Pogacar „der neue Armstrong“ sei, mit Ja – betonte dabei aber ausdrücklich, dass es um Bekanntheit weit über den Radsport hinaus geht, nicht um Doping.

In einer Sonderausgabe der Wieler Revue zur Tour de France nennt Healy den Vergleich „schwierig“ – wegen der Vergangenheit Armstrongs. Trotzdem traut er Pogacar zu, die Sportart ähnlich „auf ein neues Level zu heben, wie Lance das getan hat.“

Tour de France: Pogacar bald so groß wie Armstrong?

„Er hat die Persönlichkeit dafür“, meint Healy. Gleichzeitig merkt der Profi von EF Education-EasyPost an: „Der einzige Faktor, der ihn vielleicht etwas bremsen könnte, ist seine Nationalität. Es wäre zweifellos einfacher, wenn er Amerikaner wäre.“

Trotzdem traut Healy dem Slowenen einen Legendenstatus zu. „Aber wenn man sieht, wie er die Tour dominiert und wie er sich in den Medien präsentiert, würde es mich nicht überraschen, wenn er eines Tages denselben Stellenwert erreicht wie Lance zu seiner Zeit“, meint der Ire.

Dominanz – und der Preis fürs Spektakel

Für den Radsport ist genau diese Strahlkraft Fluch und Segen zugleich. Healy räumt ein, dass die Überlegenheit eines Ausnahmekönners den Rennen mitunter Spannung nimmt – gerade bei den großen Tour-Momenten, wenn Rivalen schon früh in die Defensive geraten. Für Puristen könne das „manchmal“ weniger aufregend wirken.

Healy sieht dennoch vor allem den Gewinn: Pogacar ziehe neue Aufmerksamkeit auf die Tour und gebe dem Radsport zusätzliches Prestige. Der Ire hofft, mit seiner offensiven Fahrweise selbst für mehr Unberechenbarkeit zu sorgen – auch wenn am Ende oft wieder Pogacar das Tempo diktiert.