Die Gedanken von Jesse Marsch drehten sich nach dem Kantersieg Kanadas weniger um den Erfolg, als vielmehr um seinen womöglich schwer verletzten Leistungsträger.

Ismael Koné sei „ein wichtiger Teil“ des Teams, erklärte der Nationaltrainer nach dem 6:0 (3:0) des Co-Gastgebers im zweiten Gruppenspiel gegen Katar. Es sei „ein großer Verlust“ für die Mannschaft: „Wir denken alle an ihn.“

Auf dem Platz kam es zu Rudelbildungen
Auf dem Platz kam es zu RudelbildungenAuf dem Platz kam es zu Rudelbildungen© IMAGO/Anadolu Agency

WM: Große Sorgen um Koné

Beim Stand von 3:0 war Koné in der 51. Minute nach einem Foul von Assim Madibo zu Boden gegangen, der Unterschenkel des 24-Jährigen wies danach eine deutliche Fehlstellung auf.

Koné selbst hatte beim Anblick seines linken Beines fassungslos die Hand vor den Mund gehalten. Als er wenig später auf einer Trage abtransportiert wurde, winkte er dem Publikum aber zu.

„Es ist direkt vor der Bank passiert, wir konnten es alle hören“, berichtete Marsch. Nach Abpfiff sei Koné ins Krankenhaus gekommen, sagte der 52-Jährige, dort sei auch seine Familie bei ihm.

Plötzlich hält das ganze Stadion den Atem an

Plötzlich hält das ganze Stadion den Atem an

Rudelbildungen – auch die Coachs geraten aneinander

Nach dem Spiel war es wohl aufgrund des Zwischenfalls noch zu einer Rudelbildung gekommen, auch Marsch hatte einige Worte mit dem katarischen Trainer Julen Lopetegui gewechselt. Beide wirkten durchaus aufgebracht, ehe Marsch wutentbrannt davonstapfte.

„Das ist es nicht eine Sekunde unserer Zeit wert, darüber zu sprechen“, sagte Marsch auf Nachfrage. Madibo, der nach seinem Foul sichtlich erschrocken war, habe sich bei Koné entschuldigt. Für die Reaktionen nach der Roten Karte für Madibo auf der Bank Katars hatte Marsch aber kein Verständnis. Das sei „ein seltsames Verhalten“.

Lopetegui wollte die Vorkommnisse im Nachgang des Spiels nicht kommentieren. „Ich möchte Koné das Beste wünschen und dass er sich so schnell wie möglich wieder erholt“, sagte der Spanier. Auf die Frage, worum es bei ihm und Marsch gegangen sei, sagte er: „Das ist eine Sache zwischen mir und ihm.“

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)