Der BVB trauert um eine seiner größten Persönlichkeiten: Wolfgang Paul, Kapitän der Europapokalsieger-Mannschaft von 1966, ist gestorben.
Wie Borussia Dortmund auf seiner Webseite berichtet, ist der erste Ehrenspielführer des Vereins am 28. Juni nach langer Krankheit im Alter von 86 Jahren „friedlich eingeschlafen“. Er hinterlässt seine Frau Almuth, zwei Töchter und vier Enkelkinder.
BVB über Tod von Wolfgang Paul „unendlich traurig“
„Diese Nachricht macht uns unendlich traurig. Wolfgang war bescheiden, bodenständig. Eine treue Seele. Eine ehrliche Haut. Ein ganz feiner Mensch. Eine BVB-Ikone. Wolfgang war mehr als ein Freund. Ich werde ihn sehr vermissen“, sagte BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke: „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, insbesondere bei seiner lieben Frau Almuth, die immer an seiner Seite war.“
Geschäftsführer Carsten Cramer ergänzte: „Wolfgang Paul verkörperte Borussia Dortmund wie kaum ein anderer. Eine echte Legende und ein außergewöhnlicher Mensch, den wir alle in unser Herz geschlossen haben und entsprechend vermissen werden.“
Am 5. Mai hatte sich der erste Gewinn eines Europapokals (1966) einer deutschen Mannschaft zum 60. Mal gejährt. Damals gewann der BVB als klarer Underdog das Endspiel im Pokalsieger-Wettbewerb gegen den FC Liverpool von Trainer-Ikone Bill Shankly mit 2:1 nach Verlängerung.
Paul war Kapitän und Abwehrchef der legendären BVB-Elf mit Torhüter Hans Tilkowski, Abwehrkollege Rudi Assauer und dem Sturmtrio Reinhard „Stan“ Libuda, Siggi Held und Lothar „Emma“ Emmerich. Held und Libuda schossen die Tore für das Team von Trainer Willi Multhaup, das Paul – Spitzname „Der Stopper“ – hinten zusammenhielt.
Paul war Teil des WM-Kaders 1966
Paul wurde am 25. Januar 1940 in Olsberg im Hochsauerlandkreis geboren. Der gelernte Uhrmacher und Goldschmied wurde 1961 vom damaligen BVB-Coach Max Merkel entdeckt und entwickelte sich dort zum Führungsspieler.
Das Abwehr-Ass war Teil des deutschen WM-Kaders 1966 und wurde damit in England Vizeweltmeister, bestritt allerdings kein Spiel. Seine Karriere endete 1970 recht früh infolge einer Meniskusverletzung, die er 1968 erlitten hatte und von der er sich nie ganz erholte.
Nach seiner aktiven Laufbahn und lokalen Engagements als Trainer widmete sich Paul seiner zweiten Berufung: Bis ins hohe Alter führte er zwischen 1971 und 2019 in seiner Heimatstadt ein Uhrengeschäft.