Cristiano Ronaldo wird in den USA, Mexiko und Kanada seine sechste Weltmeisterschaft absolvieren. Kurz vor dem Turnier sieht vieles danach aus, dass Portugals Nationaltrainer Roberto Martinez den 41 Jahre alten Superstar in der Anfangsformation aufstellt. Die jüngste Leistung entfacht jedoch eine Debatte in der Presse.

Der Grund: Beim 2:1-Sieg gegen Nigeria am Mittwochabend vergab Ronaldo etliche gute Torchancen und erzielte letztlich keinen Treffer. In der internationalen Presse wird in den Raum geworfen, ob der Angreifer nicht auf die Bank gesetzt werden sollte.

Cristiano Ronaldo steht vor der Weltmeisterschaft in der Kritik
Cristiano Ronaldo steht vor der Weltmeisterschaft in der KritikCristiano Ronaldo steht vor der Weltmeisterschaft in der Kritik© IMAGO/ZUMA Press Wire

Ronaldo-Frust nach vergebenen Chancen

„Ein Abend zum Vergessen für Cristiano Ronaldo! Der 41-jährige portugiesische Routinier verpasst im letzten Spiel vor der WM mehrere Großchancen, während die Debatte über die Rolle des legendären Stürmers weiter tobt“, schrieb die englische Daily Mail.

Ronaldo vergab nach feinem Zuspiel von Nélson Semedo in der neunten Minute seine erste Großchance, obwohl er nur noch den deutsch-nigerianischen Keeper Maduka Okoye vor sich hatte. Seine Frustration wuchs weiter, nachdem er eine weitere gute Chance ausgelassen hatte. Kurz danach erlöste Pedro Neto Portugal mit dem Führungstreffer (23.).

In Portugal wird mehr von Ronaldo erwartet

In Ronaldos Heimat war seine Chancenverwertung ein großes Thema, schließlich erzielte er am 14. Oktober 2025 gegen Ungarn sein letztes Länderspieltor. Die portugiesische Zeitung A Bola gab ihm in ihrer Einzelkritik eine 4/10. Damit wurde er zusammen mit Innenverteidiger Goncalo Inácio und dem eingewechselten Goncalo Ramos am schlechtesten bewertet.

„Stammspieler gegen Chile und Nigeria. Es war kein Abend, an dem er in der Nationalmannschaft wieder zu seiner Torform zurückfand. Von Portugals 7 hatte man mehr erwartet“, schrieb die Zeitung unter anderem. Zudem sammelte sie internationale Pressestimmen über Ronaldos Auftritt und platzierte diese prominent auf der Webseite.

Internationale Presse geht mir CR7 hart ins Gericht

Darin wurde unter anderem die spanische AS zitiert, welche auf Ronaldos „mangelnde Treffsicherheit“ vor dem Tor wies und schrieb: „Ronaldo hat Probleme, den Ball im Netz unterzubringen. Die portugiesische Nummer 7 hatte Chancen, versagte aber erneut vor dem Tor, was vor dem WM-Auftakt Anlass zur Sorge geben könnte. Auch gegen Chile hat er Chancen vergeben. Was vor einigen Jahren noch ein sicherer Treffer war, ist es heute nicht mehr.“

Auch in Frankreich steht der Superstar im Fokus. „Tollpatschig hat Cristiano Ronaldo mehrere Chancen vergeben“, schrieb RMC Sport und lobte zugleich den Siegtorschützen Francisco Conceicao. Dies tat auch die L’Équipe, welche das „Traumtor“ des Spielmachers hervorhob.

Ronaldo schließt auf „bizarre Weise ab“

In Italien schrieb der Corriere dello Sport: „Francisco Conceicao bringt Portugal auf die Siegerstraße. Die portugiesische Mannschaft ging durch Pedro Neto in Führung, kassierte jedoch in der 37. Minute den Ausgleich, nachdem sie mehrere Chancen vergeben hatte, darunter einige von CR7. Francisco Conceicao von Juventus Turin erzielte den Siegtreffer.“

In Brasilien schloss sich Globoesporte an: „Cristiano Ronaldo vergab Chancen. Der portugiesische Star kam frei zum Schuss, schloss aber auf bizarre Weise ab. Doch Portugal besiegte Nigeria im letzten Testspiel. Francisco Conceicao entschied die Partie mit einem schönen Tor.“

Portugal-Coach verteidigt Ronaldo-Plan

Nach dem Spiel wurde Portugals Nationaltrainer Martinez gefragt, weshalb er in der Halbzeit neunmal wechselte, um so vielen Akteuren wie möglich nochmal Spielzeit vor der WM zu geben, aber Ronaldo davon nicht betroffen war und bis zur 65. Minute auf dem Feld blieb.

„Der Plan, den wir für Cristiano hatten, basierend auf den uns vorliegenden Informationen, sah vor, dass er entweder 45 oder 60 Minuten spielen sollte“, erklärte Martinez und fügte hinzu: „Das Wichtigste ist, am individuellen Aspekt zu arbeiten, aber auch eine Mannschaft zu haben, die in der Lage ist, das Spiel stärker zu beenden, als sie es begonnen hat.“

Der Nationalcoach meinte, dass dies gute Arbeit, Konzentration und Klarheit in der Umsetzung der Ideen widerspiegeln würde: „Wir sind jetzt viel besser vorbereitet.“ Für die Portugiesen geht es bei der WM am 17. Juni gegen die Demokratische Republik Kongo (ab 19 Uhr im LIVETICKER) los.