Nach dem French-Open-Triumph bestimmt Alexander Zverev weiterhin die Schlagzeilen. Neben seiner sportlichen Leistung werden dabei auch Gewalt-Vorwürfe aus seiner Vergangenheit thematisiert, zuletzt kam es deswegen sogar zu einem Interview-Abbruch mit der französischen Sport-Zeitung L’Équipe. Boris Becker gab Zverev nun einen Rat, wie er mit diesem Problem umgehen sollte.
„Er will es nicht ansprechen, er will es nicht erklären. Vielleicht sollte er versuchen, damit etwas offener, offensiver umzugehen. Weil sonst hören die Kritiker nicht auf“, erklärte der 58-Jährige im Podcast „Becker Petkovic“.
Becker äußert konkreten Vorschlag für Zverev
Zverev müsse sich der Kritik aktiv stellen, ob diese nun gerechtfertigt sei oder nicht: „Du kannst als Superstar im Tennis, und das ist Sascha Zverev jetzt, nicht so tun, als gäbe es dein Privatleben nicht. Du musst dich damit auseinandersetzen. Du kannst es nicht negieren, kannst nichts leugnen, sondern du musst sagen: ‚Ja, in der Vergangenheit sind Dinge passiert, darauf bin ich nicht stolz.‘ Was auch immer es ist. Aber du kannst nicht so tun, als wäre das nicht passiert.“
Wie er das am besten angehen könnte, weiß Becker auch: „Hol dir einen guten Journalisten, hol dir einen Johannes B. Kerner, mach ein privates Interview über die Themen, die offen sind, und dann wirst du in Deutschland vielleicht nicht nur respektiert, sondern auch geliebt.“ Dem deutschen Journalisten hatte Zverev vergangenes Jahr schon einmal ein vergleichsweise offenes Interview gegeben.
Dass Zverev aktuell überhaupt so im Kreuzfeuer der Medien steht, stößt Becker übel auf: „Was ich international höre, ist, dass sie immer wieder diese alten Kamellen, die längst weg sind, aufbringen.“
Häusliche Gewalt: Schwere Vorwürfe gegen Zverev
Gemeint sind damit vor allem zwei Vorwürfe aus Zverevs Vergangenheit. Zwei seiner Exfreundinnen, Olga Sharypova und Brenda Patea, erhoben vor einigen Jahren schwere Vorwürfe häuslicher Gewalt gegen den Tennisspieler.
Letztere brachte ihre Vorwürfe auch vor Gericht. Das Verfahren wurde 2024 nach einer Geldzahlung Zverevs in Höhe von 200.000 Euro eingestellt. Eine Verurteilung oder ein Schuldgeständnis sind damit nicht verbunden. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Ein Interview mit der französischen L’Équipe hatte er zuletzt abgebrochen, nachdem der Reporter ihn zu den Vorwürfen befragte. Damit gelang ihm gleichzeitig auch eine Art Novum: Bei der französischen Sport-Zeitung ist es jahrzehntlang eine Tradition, den French Open-Sieger seitenfüllend auf das Titelblatt zu drucken. Nach dem Interview reichte es für Zverev lediglich noch zu einer Randbemerkung.