Für den Co-Trainer der deutschen Biathlon-Damen, Sverre Olsbu Röiseland, steht nach der Krebsdiagnose eine große Veränderung bevor. Sein Vertrag als Trainer beim Deutschen Skiverband läuft zum Ende dieser Saison aus.
Röiseland hat eigenen Angaben zufolge bereits intern Interesse am norwegischen Pendant geäußert: „Ich glaube, jeder Trainer möchte Norwegen trainieren. Ob dies der richtige Zeitpunkt ist, werden wir sehen. Aber ich bin absolut bereit, mit Norwegen darüber zu sprechen, wenn sie das wünschen. Ich habe nämlich Interesse an dieser Position gezeigt.“ Bisher war nur über sein Interesse an diesem Job spekuliert worden, jetzt ist es öffentlich.
Was dem Norweger neben den sportlichen Leistungen bei der Arbeit besonders wichtig ist, wurde ihm durch seine Krebsdiagnose noch einmal bewusst. „Vor allem müssen Arbeit und Familienleben miteinander vereinbar sein. Trainer zu sein, ist eine Herausforderung für das Familienleben. Und natürlich muss man gute Kollegen haben und geschätzt werden. Man muss auch vermeiden, sich bei der Arbeit zu sehr zu überlasten“, sagte er im Interview mit dem dänischen Sender TV2.
Krebsdiagnose: Röiseland erhielt viel Unterstützung
Die Hodenkrebsdiagnose veränderte das Leben von Röiseland. „Natürlich war es für mich, meine Familie und meine Freunde schwierig, nicht genau zu wissen, in welche Richtung sich die Situation entwickelte und wie ernst sie war“, erzählte er. Vor allem seine Freunde und die Familie hätten ihm viel geholfen.
Sein zweijähriger Sohn habe zwar nicht genau verstanden, was die Krankheit bedeutete, habe aber mit viel Verständnis reagiert: „Er hat verstanden, dass Papa nach der Operation Bauchschmerzen hatte. Dass Papa ihn nicht hochheben konnte, und so sagte er: ‚Papa hat Bauchschmerzen.‘ Es bringt einen immer zum Lächeln, einen zweijährigen Sohn und eine stets verständnisvolle und positive Frau zu haben.“
Neben der Familie erfuhr auch die deutsche Biathlon-Mannschaft recht schnell von der Diagnose. Anlässlich des ersten Weltcuprennens nach Olympia in Kontiolahti machte Trainer Röiseland die Krankheit öffentlich. „Für mich war es wichtig, nicht zu versuchen, es geheim zu halten, sondern transparent zu sein“, erklärte er die frühe Verkündung.
Röiseland arbeitet seit Frühjahr 2022 für den DSV. Er gilt als enger Vertrauter von Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß. Wo es für ihn als Trainer weitergeht, wird vermutlich in den kommenden Wochen geklärt.