Ein Mega-Wechsel bahnt sich an, auch wenn das erste Angebot wohl nicht angenommen wurde: Welt- und Europameister Rodri hat sich für einen Wechsel von Manchester City zum FC Barcelona entschieden – so verkündete es sein Berater Pablo Barquero in spanischen Medien.
Eine überraschende Wende, hatte sich doch Real Madrid lange Zeit in der Pole Position gewähnt. Laut der Tageszeitung AS soll aber das Gehalt den entscheidenden Ausschlag gegeben haben. Während Barca bereit ist, Rodri 30 Millionen Euro brutto pro Jahr zu überweisen, lag das Angebot der Madrilenen deutlich darunter.
Doch zunächst handelten sich die Katalanen offenbar einen Korb ein. Wie spanische Medien am Freitag berichteten, habe Manchester City eine 45-Millionen-Euro-Offerte für den 30-Jährigen abgelehnt. Der englische Topklub fordert angeblich 80 Millionen Euro Ablöse. Der Poker dürfte erstmal weitergehen.
Warum der FC Bayern nicht zugreift
Rund um den besten Spieler der WM kamen zuletzt auch wilde Gerüchte auf, die ihn mit einem Transfer zum FC Bayern in Verbindung brachten.
So habe der Rekordmeister heimlich an einer Verpflichtung gearbeitet beziehungsweise habe Manchester City Rodri aktiv in München angeboten, um ihn nicht an Real zu verlieren – hieß es in spanischen Medien.
SPORT1-Informationen zufolge ist an beiden Geschichten nichts dran. Zwar hat man an der Säbener Straße naturgemäß alle Entwicklungen auf dem Transfermarkt im Blick, doch konkretes Interesse an Rodri bestand nie.
Ein Grund ist, dass sich die Münchner im defensiven Mittelfeld hervorragend aufgestellt sehen. Neben Joshua Kimmich soll Aleksandar Pavlovic weiter reifen und seine gute Entwicklung fortführen. Dahinter fungieren Tom Bischof und Bara Ndiaye als Backups.
Fakt ist: Hier spielt beim FC Bayern auch ein gewisses Maß an Romantik eine Rolle. Einem langjährigen Führungsspieler wie Kimmich und einem echten Eigengewächs wie Pavlovic will man keinen fertigen und sehr teuren Star vor die Nase setzen – das wäre nicht „bayern-like“.
FC Bayern: Rodri-Transfer würde nicht ins Bild passen
Nicht umsonst hatte Jan-Christian Dreesen Ende August betont, wie der Rekordmeister seinen Kader gestaltet: „Wir haben ein Spannungsfeld zwischen Ökonomie, einer Erdverbundenheit und der Verpflichtung zu unseren Traditionen und dem sportlichen Anspruch“, sagte der Bayern-CEO bei einem Termin im Münchner Presseclub.
Seine Botschaft ist klar: Der Klub soll weiterhin auf finanziell gesunden Beinen stehen und seine guten Sitten weiter pflegen. Ein Rodri-Transfer inklusive Mega-Gehalt, das sogar das von Harry Kane übersteigen würde, würde da nicht ins Bild passen.
„Die Aufgabe des FC Bayern ist es, dass wir den maximalen sportlichen Erfolg haben. Aber eben nicht um jeden Preis“, so drückte es Dreesen aus, als er grundsätzlich über die Arbeit der bayerischen Führungsriege sprach. Es gehe um die Balance zwischen sportlichem Anspruch und wirtschaftlicher Disziplin.
Bezogen auf den Fall Rodri wäre die Ablöse für den FC Bayern gar nicht das große Problem. Die Gehälter und Beraterhonorare sind den Bossen viel eher ein Dorn im Auge. Die beiden Aufsichtsräte Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge kritisieren bereits seit Langem die irrsten Auswüchse.
Dreesen erklärt, warum: „Es schimpfen immer alle über die Premier League mit teils astronomischen Transfersummen. Doch der entscheidende Punkt ist, dass Transfersummen im Zyklus bleiben. Die wandern zwischen den Klubs“, sagte der Vorstandsboss und legte mit einer überraschenden Enthüllung nach: „Die Gehälter in England sind viel differenzierter als bei uns und in großem Maße gar nicht so hoch, wie man das allgemein glaubt.“
Dass sich die Bayern aus dem Rodri-Poker heraushielten, war deshalb keine spontane Entscheidung, sondern die logische Folge ihrer aktuellen Strategie. Die Gerüchte aus Spanien klangen zwar spektakulär, intern stellte sich die Frage jedoch nie ernsthaft.
Mit den Verpflichtungen von Nathaniel Brown und Ismael Saibari sind die Münchner ohnehin erklärtermaßen nicht mehr auf der Suche – auch nicht nach einem spanischen Welt- und Europameister.
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