Émilien Jacquelin hat sein erstes professionelles Radrennen erfolgreich hinter sich gebracht. Der französische Biathlon-Star, dessen Ausflug in eine andere Sportart in den vergangenen Wochen für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte, feierte am Sonntag bei der Polynormande sein Debüt für das Team Decathlon CMA CGM.

Nach rund 170 km erreichte Jacquelin als 88. mit knapp zwölf Minuten Rückstand das Ziel. Doch das Ergebnis spielte dabei nur eine Nebenrolle. Wichtiger war der Eindruck, den er im Feld hinterließ. Der 31-Jährige stellte sich von Beginn an in den Dienst seiner Mannschaft, übernahm Führungsarbeit im Peloton, half bei der Verfolgung von Ausreißern und arbeitete als Helfer für Kapitän Paul Lapeira.

„Er übt einen Einzelsport aus, kommt hierher und macht, als ein Fahrer, der noch keinen Namen hat, alles, nach dem er gefragt wurde. Er hat sich selbst geopfert und sogar mehr gemacht, als von ihm erwartet wurde“, lobte Lapeira das erste Rennen des Biathleten. Erst rund 50 km vor dem Ziel musste Jacquelin dem hohen Tempo Tribut zollen und fiel nach einer Tempoverschärfung aus dem Peloton heraus.

Jacquelin? „Bin begeistert von diesem Kerl“

Sein Einsatz aber beeindruckte die Teamkollegen. Laut Lapeira war Jacquelin zeitweise sogar etwas zu motiviert, per Funk musste er gebremst werden. „Es gab einen Moment, in dem wir ihm gesagt haben, dass er kurz aufhören soll, vorne zu fahren“, berichtete der Kapitän schmunzelnd. „Ich bin begeistert von diesem Kerl.“

Besonders imponierte ihm Jacquelins Haltung: „Er kommt mit großen Kinderaugen an und hört auf die Anweisungen, obwohl er fünf oder sechs Jahre älter als ich ist.“

Lange Zeit zum Durchschnaufen bleibt Jacquelin nicht. Am Dienstag wartet mit der Tour du Limousin der nächste Härtetest auf dem Rad. Die Vorfreude ist allerdings groß.

„Ich kann es nicht erwarten“, sagte der Franzose, der nach seinem Debüt von einem Tag sprach, an dem er laut eigener Aussage „richtig Spaß“ gehabt habe. Das Wichtigste sei ohnehin gewesen, „meinen Job zu erledigen“. Genau das scheint ihm gelungen zu sein.