Für Silber-Gewinnerin Franziska Preuß war es eine Erlösung nach zehn Jahren ohne Einzelmedaille bei einem Biathlon-Großereignis – aber auch für die Siegerin war es ein enorm emotionaler Moment.
Der Sieg der Französin Justine Braisaz-Bouchet beim WM-Sprint in Lenzerheide war überwältigend für die 28-Jährige, für die der Winter bisher eher eine Enttäuschung war.
Braisaz-Bouchet: „Ich bin sehr bewegt“
„Ich bin sehr bewegt. Ich denke, es ist einer der Siege, die mich am meisten bewegen“, sagte Braisaz-Bouchet nach ihrem Triumph der L’Equipe.
Für die Athletin aus Albertville war es das vierte WM-Gold ihrer Karriere nach drei Siegen im vergangenen Jahr in Nove Mesto (Massenstart, Staffel, Mixed-Staffel), auch einen Olympiasieg (2022 im Massenstart) hat Braisaz-Bouchet schon auf dem Konto.
Der neuerliche Triumph kommt zum jetzigen Zeitpunkt dennoch überraschend: Die laufende Weltcup-Saison läuft durchwachsen für die Gesamtweltcup-Vierte des Vorjahrs.
Tränen des Frusts in Hochfilzen
Statt eines erhofften Angriffs auf die große Kristallkugel gab es einen Knick: Braisaz-Bouchet – vor eineinhalb Jahren wegen ihres hässlichen Konflikts mit Teamkollegin Julia Simon in den Schlagzeilen – lief in dieser Saison nur einmal aufs Podium, ist aktuell nur Neunte in der Gesamtwertung.
Besonders am Schießstand fehlte Braisaz-Bouchet immer wieder die Konstanz, für Aufsehen sorgte im Dezember ein Tränenausbruch während eines für sie verkorksten Weltcups in Hochfilzen.
In Lenzerheide fand Braisaz-Bouchet nun rechtzeitig zu ihrer Top-Form zurück, eine Strafrunde, die sie sich einhandelte – wie auch Preuß – konnte sie läuferisch ausgleichen.
Nach dem Sieg brach einmal mehr einiges aus ihr heraus: „Es gab innere Kämpfe, es ist eine Weltmeisterschaft: Es waren turbulente Wochen. Speziell im Januar war da eine große körperliche und geistige Müdigkeit. Es ist ein Auf und Ab, das ist Spitzensport.“