Die Kollision zwischen Carlos Sainz und Oscar Piastri beim Großen Preis von Ungarn beschäftigt die Formel 1 auch Tage nach dem Rennen. Sehr deutlich hat sich unter anderem Ex-Rennfahrer und Sky-Experte Ralf Schumacher positioniert, der seine bereits geäußerte Kritik an Sainz nun noch einmal bekräftigte.
Im Podcast Backstage Boxengasse zeigte Schumacher keinerlei Verständnis für das Verhalten des Williams-Piloten. Gerade Sainz, „der als erster Fahrer jammert, wenn es um irgendwas geht, er sich in irgendeiner Form benachteiligt fühlt oder seine Freundin zu oft gezeigt wird, wenn er versucht, zu überholen“, habe nach einer solchen Aktion kein Recht, sich über andere zu beschweren.
Schumacher fühlte sich dabei an frühere Zeiten erinnert. „Wenn Leute wie Jacques Villeneuve immer gesagt haben, ich hätte die blauen Flaggen nicht gesehen, dann war das ihre Ausrede. Das war damals die Ausrede“, erklärte er. Genau mit diesem Argument hatte sich auch Sainz nach dem Rennen verteidigt.
Die TV-Bilder zeichneten allerdings ein anderes Bild: Auf den Onboard-Aufnahmen war zu sehen, wie der Spanier gleich mehrfach an blauen Flaggen vorbeifuhr, ohne den herannahenden Piastri passieren zu lassen.
Formel 1: Schumacher wettert gegen Sainz
Entsprechend wenig konnte Schumacher mit der Erklärung des Fahrers anfangen. „Ich finde es einfach unsportlich, sich so herauszureden“, sagte der 51-Jährige: „Der Mann ist schon lange dabei, da gibt es keine Entschuldigung. Er war der Führende des Rennens, da gibt es keine zwei Meinungen.“
Für Schumacher steht deshalb außer Frage, dass Sainz die Situation hätte erkennen müssen. „Das sind Formel-1-Fahrer. Die haben zwei Spiegel, Funk und sehen die Monitore rechts und links neben der Strecke. Die wissen ganz genau, mit wem sie fahren. Und deshalb finde ich es einfach nur unsportlich“, betonte er. Aus seiner Sicht fiel die gegen Sainz verhängte Fünf-Sekunden-Strafe zu milde aus.
„Ein Rennen aussetzen, fände ich zu viel, aber er hat dem Leader fast das Rennen versaut. Das ist für mich eine drakonische Strafe wert“, urteilte Schumacher und wurde deutlich: „Wenn es um nichts geht, jemandem im Weg zu stehen, der um Punkte oder das Podium kämpft, ist nicht okay.“