Natur und Umwelt sind ihr seit jeher eine Herzensangelegenheit. Nun aber hat Laura Dahlmeier angesichts der aktuellen Entwicklung im Wintersport umso mehr Alarm geschlagen.

„Ist es immer ‚schneller, höher, weiter‘?“, fragte die ehemalige Star-Biathletin im Interview mit Ippen-Media. „Oder kann man auch manche Synergien nutzen? Zum Beispiel verschiedene Sportarten nutzen das gleiche Areal, um ressourcenschonender unterwegs zu sein.“

Die zweimalige Olympiasiegerin, die 2019 im Alter von 25 Jahren auf dem Höhepunkt ihrer Karriere zurückgetreten war, zeigte sich unzufrieden über die wachsende Gigantomanie auf Kosten von Nachhaltigkeit.

Dahlmeier spricht über Schnee-Mangel

„Es ist allgemein wichtig im Leben, achtsam zu sein, sich zu überlegen, was man wirklich braucht. Das beginnt im täglichen Leben, aber sicher auch in der Wirtschaft und genauso im Sport“, fügte Dahlmeier an und erklärte, der Mangel an Schnee sei nicht das eigentliche Problem, sondern ein Symptom des Klimawandels. (Wintersport-Events im Liveticker)

Die 30-Jährige nahm ihren früheren aktiven Berufsstand dabei von Schuld allerdings eher aus – und dafür Verbände und Funktionäre in die Pflicht: „Ich sehe da die Wintersportler eher als Opfer und weniger als Verursacher. Oft wird dann gesagt, dass Kunstschnee produziert wird und das wäre so schädlich für das Klima. Wir sind einfach in einer Klimaveränderung, das kann man nicht wegdiskutieren“, so Dahlmeier. „Und das ist die Folge, dass es bei uns in den Alpen einfach weniger Schnee gibt. Dem entgegenzuwirken, wird Kunstschnee produziert. Ob das gut ist oder nicht, sei mal dahingestellt.“

Die immer extremeren Schwankungen seien „definitiv ein Problem, mit dem sich der Wintersport und die einzelnen Verbände auseinandersetzen müssen.“

Auch Neureuther geißelt Wintersport-Gigantomanie

Ähnliches hatte in der jüngeren Vergangenheit wiederholt auch bereits der ehemalige Skirennläufer Felix Neureuther gefordert.

Felix und Miriam Neureuther beherrschten in ihren Karrieren die Ski-Pisten. Ihr Talent scheint auch in denen Genen der gemeinsamen Kinder zu liegen.

Felix und Miriam Neureuther beherrschten in ihren Karrieren die Ski-Pisten. Ihr Talent scheint auch in denen Genen der gemeinsamen Kinder zu liegen.

Der 39-Jährige kritisierte dabei ebenso den Größenwahn im Wintersport, forderte einen späteren Saisonstart und regte an, manche Rennen ins Frühjahr zu verlegen.

„In Zermatt und Cervinia ist Tourismus groß zu der Zeit. Man muss schauen, wie man das mit den Hotelzimmern geregelt bekommt. Aber im März hinten raus würden die Rennen deutlich mehr Sinn machen“, so Neureuther im November nach der wiederholten Absage des prestigereichen Matterhorn-Rennens.