Bei der Nordischen Ski-WM 2023 sind über die Hälfte aller Medaillen bereits vergeben.
Deutsche Athleten waren bei den bislang 13 Entscheidungen achtmal auf dem Podest vertreten. Die Skispringer zeigten sich besonders erfolgreich und sammelten schon dreimal Gold (Katharina Althaus, Frauen-Team und Mixed-Team).
Nach dem Ruhetag am Montag läuft nun bereits die zweite Hälfte der Titelkämpfe. Und auch hier sind weitere Medaillen für den DSV zu erwarten.
SPORT1 zeigt die größten deutschen Medaillenhoffnungen in der zweiten Woche in Planica.
Skispringen
Die DSV-Adler sind aktuell besonders erfolgsverwöhnt – und haben noch dreimal die Möglichkeit auf weitere Erfolge. Bei den Einzelspringen von der Großschanze der Männer und Frauen sowie dem Männer-Teamwettbewerb wollen Althaus und Co. weiter angreifen.
Andreas Wellinger (27): Am Ruhetag wollte Wellinger nur noch „aus den Sprungklamotten raus“ und einmal kurz vor die Hoteltür gehen. Kraft tanken für die großen Aufgaben vom großen Bakken also.
In seiner aktuellem Form ist dem WM-Zweiten von der Kleinschanze alles zuzutrauen. „Ich habe nie aufgehört, an mich zu glauben“, sagt Wellinger, der nach seinem Kreuzbandriss und langer Leidenszeit pünktlich zur WM wieder in Topform ist.
Karl Geiger (30): Mit Einzel-Bronze und Mixed-Gold hat der Oberstdorfer seine Erwartungen schon übertroffen.
Und jetzt? „Alles kann, nichts muss“, sagt Geiger vor dem Umzug auf die Großschanze: „Das Einzelpodest wird ähnlich wie auf der kleinen schwierig, aber möglich. Und im Team liebäugeln wir mit einer Medaille.“
Übrigens: Aus zehn WM-Wettkämpfen hat Geiger neun Medaillen mitgenommen.
Katharina Althaus (26): Sieben WM-Goldmedaillen hat Althaus inzwischen gesammelt, drei davon in Planica – bei drei Starts.
Fast schon schade, dass das Einzel am Mittwoch der letzte Wettkampf der Frauen wird. „Ich kann Großschanze immer ein bisschen besser als die kleine“, sagt Althaus: „Mal schauen, was passiert.“
Möglich sind gleich mehrere Rekorde: Vier Goldmedaillen bei einer WM hat als einziger Deutscher bislang Kombinierer Johannes Rydzek 2017 in Lahti geschafft, im Skispringen sind dreimal Gold und einmal Silber durch Thomas Morgenstern 2011 die Bestmarke.
Der Österreicher ist mit insgesamt acht WM-Titeln auch der erfolgreichste Weitenjäger der Geschichte – diese Marke kann Althaus nun ebenfalls einstellen.
Nordische Kombination
Die Nordischen Kombinierer haben noch zwei Wettbewerbe vor sich, Teamwettbewerb der Männer von der Großschanze sowie das Einzel der Männer von der Großschanze. Dabei darf man vor allem auf Vinzenz Geiger und Julian Schmid hoffen.
Vinzenz Geiger (25): Der Olympiasieger war noch mit leicht nasaler Stimme nach Planica gereist, für die zweite Woche ist Geiger aber fit.
Drei WM-Silbermedaillen hat der Oberstdorfer bereits gesammelt – eine 2019, eine 2021 und eine 2023 im Mixed. Jetzt will er mehr – aber für Gold muss wohl Dominator Jarl Magnus Riiber aus Norwegen patzen. Ist Riiber schlagbar? „Klar“, sagt Geiger.
Julian Schmid (23): Der künftige Schwager von Althaus – sein älterer Bruder Patrick ist mit der Skispringerin verlobt – ist im deutschen Team längst die Nummer eins. Kaum zu glauben, dass Schmid in Planica seine erste WM erlebt.
Sein Geheimnis? Rührei! „Juli ist der einzige Mensch, der kein Müsli mag. Er nimmt seine Kraft von Rührei“, sagt Freund und Zimmerkollege Geiger.
Den Beweis kann Schmid schon am Mittwoch in der Staffel antreten.
Skilanglauf
Mit sechs Entscheidungen hat der Skilanglauf noch die meisten Medaillen zu vergeben. Aus deutscher Sicht stehen dabei vor allem Olympiasiegerin Katharina Hennig und Friedrich Moch im Fokus.
Katharina Hennig (26): Den Skiathlon am Samstag wollte Hennig eigentlich nur „zum Reinkommen“ nutzen – und schrammte als Vierte knapp an der ersten deutschen Langlaufmedaille seit 2011 vorbei.
Und jetzt? „Meine Hauptrennen sind die Staffel und der Dreißiger“, sagt die Oberwiesenthalerin. Klingt nach mehr. Vielleicht klappt es ja doch noch mit dem ersehnten Edelmetall in der Loipe.
Friedrich Moch (22): Trotz seines jungen Alters ruhen die Langlauf-Hoffnungen des DSV auf den Schultern des Memmingers. Bei der Tour de Ski landete er in der Gesamtwertung auf dem achten Rang.
Im Jahr zuvor gelang ihm bei der Tour de Ski seine erste und bislang einzige Podestplatzierung. Bei der Schlussetappe im Fleimstal lief er auf den dritten Rang.
—
mit Sport Informationsdienst SID