Nachdem Hannes Steinbach beim NBA-Draft an Position 14 von den Charlotte Hornets ausgewählt worden war, fand sich der deutsche Basketball-Youngster beim US-Sender ESPN zum Interview ein.

Als besondere Überraschung wurde dann eine vorher aufgezeichnete Videobotschaft von Dirk Nowitzki eingespielt, diese hatte allerdings einen kleinen Haken. So funktionierte der Ton nicht, Millionen Zuschauer sahen den besten deutschen Basketballer der Geschichte zwar reden, hören konnten sie seine Worte aber nicht.

Hannes Steinbach am College
Hannes Steinbach am CollegeHannes Steinbach am College© IMAGO/ZUMA Press Wire

Gänzlich im Dunkeln tappen musste Steinbach aber nicht. So wurde wenig später bekannt, was Nowitzki ihm mit auf den Weg geben wollte. „Hannes, Glückwunsch, mein Freund. Noch ein Junge aus Würzburg in der Liga, unglaublich“, jubelte die Mavericks-Legende.

Papa Steinbach und Nowitzki in einem Team

„Ich kenne dich seit deiner Geburt. Ich habe deinen Weg verfolgt und bin unglaublich stolz darauf, wie du alles gemeistert hast.“

Zum Abschluss seiner Botschaft erlaubte sich der 48-Jährige sogar einen Scherz in Richtung von Steinbachs Vater Burkhard, mit dem er einst in Würzburg zusammengespielt hatte. „Ich bin froh, dass du nicht die Athletik und die Hände deines Vaters geerbt hast“, witzelte er.

Mit der Draft-Auswahl von Hannes Steinbach dürfte sich auch für dessen Vater ein Kreis geschlossen haben. Burkhard Steinbach, der inzwischen einen Pferdehof in Moos (Gemeindeteil von Geroldshausen bei Würzburg) betreibt, und Dirk Nowitzki spielten in den 1990er-Jahren gemeinsam bei DJK Würzburg.

Papa Steinbach, der aufgrund seiner Körpergröße (2,12 Meter) und seiner Robustheit (damals 115 Kilogramm) den Spitznamen „Koloss von Moos“ trug, feierte 1998 sogar mit Nowitzki den Aufstieg in die Basketball-Bundesliga.

Hannes Steinbach mit Kindheitserinnerungen

Während Nowitzki noch im selben Jahr in die NBA wechselte, blieb Steinbach in Würzburg. Aus den Augen verloren sich beide nie, weshalb Hannes Steinbach den berühmten Ex-Kollegen seines Vaters schon als Kind kannte.

„Es ist schon krass, dass man den besten deutschen Basketballer der Geschichte da einfach bei sich so im Garten sitzen hatte.“, erinnerte sich der Youngster jüngst in einem Medientermin, an dem auch SPORT1 teilnahm.

„Es war einfach cool, speziell seine Art. Wenn ich darüber so nachdenke, wie gelassen er ist und wie er auf dem Boden geblieben ist, ist das auf jeden Fall was, was ich mir jetzt auch angucke, einfach daran zurückdenke und davon lernen kann.“

Ausbildung auch bei Geschwindner

Doch nicht nur Nowitzki, auch dessen langjähriger Mentor Holger Geschwindner ist dem Neuzugang der Charlotte Hornets bestens bekannt.

„Ich war zwei oder dreimal bei dem Pfingstcamp von Holger am Starnberger See. Das hat mir auf jeden Fall sehr geholfen. Es ist eine andere Art, Basketball zu trainieren“, so der  20-Jährige weiter.

Der 2,09 Meter große Steinbach, der als Forward oder Center eingesetzt werden kann, entschied sich nach seiner Basketball-Ausbildung in Würzburg für den Sprung nach Amerika. An der University of Washington reifte er zu einem der besten Big Men im College Basketball und führte die Huskies mit durchschnittlich 18,5 Punkten und 11,8 Rebounds an.

Hornets setzen auf Steinbach

Nach Combine und einigen Teambesuchen wählten ihn am Ende schließlich die Charlotte Hornets aus. Auch Landsmann Christian Anderson wurde vier Picks später von der Franchise gepickt. Beide sollen künftig Teil des neuen und jungen Kerns des Teams werden.

„Die Gespräche mit dem Front Office und dem Trainerstab waren sehr gut. Sie haben mir deutlich gezeigt, dass sie mich als wichtigen Teil ihres Teams sehen“, konstatierte Steinbach nach seinem Draft.

Für seinen Start in der besten Basketball-Liga der Welt hat der 20-Jährige übrigens unzählige Unterstützer an der Hand.

Nowitzki, Schrempf und Hartenstein helfen

Neben seinem Vater und Dirk Nowitzki unterstützt ihn auch Basketball-Legende Detlef Schrempf. So war dieser bereits am College in Washington und erkundigte sich immer wieder nach dem Wohlbefinden des deutschen Junioren-Nationalspielers.

Und auch Isaiah Hartenstein, der 2025 mit den Oklahoma City Thunder NBA-Champion wurde, kontaktierte ihn bereits: „Isaiah hat mir auf Instagram geschrieben, dass ich mich melden soll, falls ich irgendwelche Fragen habe oder irgendwelche Dinge wissen will oder irgendwelche Probleme habe.“

Steinbach hat große Ziele in der NBA

Übrigens: Geht es nach Steinbach, dann steht sein Werdegang in der NBA bereits fest. „Ich würde am liebsten bei einem Team bleiben. Dann würde ich schon gerne, wenn es exzellent läuft, natürlich zehn Championships gewinnen. Aber um realistisch zu bleiben, vielleicht ein oder zwei gewinnen und dann vielleicht auf All-Star-Level spielen können. So würde es in der NBA für mich perfekt laufen.“

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg.

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