Am Sprintwochenende in Silverstone dominierte bislang vor allem Kimi Antonelli. Rein statistisch gesehen ist ihm der Sieg beim Großen Preis von Großbritannien damit sogar schon sicher. Die Zahlen zeigen aber auch: Lokalmatador Lewis Hamilton ist bei seinem Heimrennen niemals zu unterschätzen. Für Unterhaltung dürfte am Sonntagnachmittag (16.00 Uhr/Sky) auch hinter der Spitze gesorgt sein – ein Ausblick auf den neunten Grand Prix der Saison.

100 PROZENT: Die fünfte Pole Position von Kimi Antonelli heißt für die Konkurrenz nichts Gutes – zumindest, wenn man der Statistik traut. Viermal ging der Italiener bislang vom ersten Startplatz ins Rennen, viermal holte er sich den Sieg. Für Mercedes-Teamchef Toto Wolff war das Qualifying „beeindruckend, wirklich beeindruckend“. Antonelli sei „wieder in einer eigenen Liga“, sagte er bei Sky. Auch im Rennen?

REKORDSIEGER: 20 Rennwochenenden, neun Rennsiege, 15 Podiumsplätze: Lewis Hamilton ist ohne jeden Zweifel der König von Silverstone. Kein anderer Fahrer war auf einer einzelnen Rennstrecke erfolgreicher. Nach Sieg Nummer zehn und vor allem entscheidenden Punkten im WM-Kampf sieht es allerdings erst einmal nicht aus. „Wir schließen die Lücke immer mehr“, sagte er, aber: „Ich weiß nicht, ob wir tatsächlich voll mit Kimi mithalten können.“ Er geht von Platz drei ins Rennen.

HACKORDNUNG: Nach dem Sprint-Qualifying, dem Sprint sowie dem herkömmlichen Qualifying ist die Hackordnung klar – zumindest in Silverstone. Ferrari und Mercedes belegen die ersten beiden Startreihen, Antonelli ist der Rennfavorit. Max Verstappen kann sich als Siebter wohl kaum vorne einmischen. Der „langsame“ Red Bull sei „peinlich, schlecht“, klagte der Niederländer: „Wenn wir so in das Rennen gehen, hat das eigentlich nicht viel Sinn.“

SCHACH: Der Sprint am Samstag war vor allem vom Elektromanagement geprägt. Die Teams verwendeten unterschiedliche Strategien, um ihre Batterien auf dem Hochgeschwindigkeitskurs aufzuladen. Viele offene Duelle waren die Folge. „Wir versuchen auszutüfteln, was die anderen machen. Es ist ein bisschen wie ein Schachspiel an der Boxenmauer, wo du deine Energie einsetzen willst, aber es wird dadurch sehr spannend im Rennen“, sagte McLaren-Boss Zak Brown bei Sky. „Selbst wir tappen da manchmal im Dunkeln, es ist gut anzuschauen“, so Toto Wolff.

REIFEN: Pirelli stattete die Teams für das Wochenende mit den härtesten Reifenmischungen aus, die zur Verfügung stehen. Anders als bei der Hitzeschlacht in Spielberg zuletzt dürfte das Gummi daher deutlich länger halten – eine Ein-Stopp-Strategie liegt nahe. Zumindest, wenn es trocken bleibt. Regenwolken sind zwar in keiner Wetterprognose zu finden, doch in Großbritannien weiß man ja schließlich nie. Nicht umsonst schreibt Pirelli in seiner Rennvorschau: „Das britische Wetter ist bekanntlich unberechenbar.“