Der Deadline Day steht an!
Die Wintertransferperiode ist in ihren Endzügen, am Montagabend schließt das Transferfenster in den europäischen Topligen bis zum Saisonende. Während die Bundesliga-Klubs bis Montagabend 18 Uhr einkaufen dürfen, haben die Topklubs aus Italien (20 Uhr) England, Spanien und Frankreich (24 Uhr) etwas länger Zeit. (NEWS: Alles zum Transfermarkt im SPORT1-Transferticker)
Und es spricht einiges dafür, dass es in den letzten Stunden noch einmal ordentlich Bewegung geben könnte. Schon das Wochenende bot reichlich Action in Sachen Transfers. Unter anderem holte der FC Liverpool Luis Diaz vom FC Porto für rund 45 Millionen Euro zuzüglich Boni. Auch der FC Barcelona schlug noch einmal zu, die Katalanen liehen Adama Traoré von den Wolverhampton Wanderers aus. Newcastle United sicherte sich für über 40 Millionen Euro die Dienste von Bruno Guimaraes, der Brasilianer wechselt von Olympique Lyon zu den Magpies.
Und der VfL Wolfsburg sorgte für den wohl spektakulärsten Wechsel-Wirbel bei den Bundesligisten: Max Kruse kehrt von Union Berlin zurück! Dagegen verlassen Wout Weghorst und Joshua Guilavogui den Verein.
Transfermarkt: Vlahovic teuerster Deal des Winters
Erst am Freitagabend machte Juventus Turin den bislang größten Deal des Winters perfekt: Die Alte Dame schnappte sich Sturmjuwel Dusan Vlahovic vom AC Florenz. Die Kosten? Läppische 81,6 Millionen Euro inklusive Boni. (FIXE TRANSFERS: Die Wintertransfers der Bundesliga-Klubs). Der serbische Stürmer ist damit der drittteuerste Wintertransfer überhaupt.
Doch damit nicht genug. Juventus bedient sich auch bei einem Bundesligisten. Denis Zakaria wechselt von Borussia Mönchengladbach zu Italiens Rekordmeister. Nach SPORT1-Informationen kann die Borussia insgesamt acht Millionen Euro einstreichen – inklusive Boni.
Dafür wird sich Juventus wohl noch von einigen Spielern trennen – allen voran Àlvaro Morata. Zudem stehen Dejan Kulusevski und Rodrigo Bentancur vor einem Wechsel zu den Tottenham Hotspur. Und Donny van de Beek zieht es auf Leihbasis zum FC Everton, wie The Athletic berichtet.
Zieht es Ousmane Dembélé zu PSG?
Wahrscheinlich kommt auch nochmal Bewegung in den Poker um Ousmane Dembélé? Der Franzose will seinen auslaufenden Vertrag bei Barca Berichten zufolge nicht verlängern, die Katalanen wiederum würden ihn gerne noch im Winter verkaufen. Zumal mit Traoré schon Ersatz verpflichtet wurde. Mit Pierre-Emerick Aubameyang steht zudem ein weiterer Angreifer vor einem Wechsel zu Barca. Dembélé könnte nun tatsächlich noch spektakulär bei PSG unterkommen.
Schon vor dem Ende der Transferperiode ist festzuhalten: Das Corona-Tal ist durchschritten, die Klubs zeigten sich im Januar spendierfreudiger als im Winter zuvor. Die Premier-League-Klubs gaben bisher rund 240 Millionen Euro für neue Spieler aus, das ist mit Abstand am meisten im Vergleich aller Top-Ligen. Italien (rund 150 Millionen) und Spanien (rund 65 Millionen) folgen dahinter. Im vergangenen Winter war England mit Transferausgaben von rund 98 Millionen Euro Spitzenreiter.
Der FC Liverpool darf sich auf einen neuen Offensivstar freuen! Das gab Liverpool am Sonntagvormittag bekannt.
Eingerechnet sind da natürlich nur die festen Transfers. Leihen mit Kaufpflicht, die vor allem in Italien üblich sind, zählen da nicht in die Bilanz hinein. Auch nicht bei Robin Gosens, der auf Leihbasis mit Kaufpflicht von Atalanta Bergamo zum italienischen Meister Inter Mailand gewechselt ist.
Dennoch zeichnet sich ein klares Bild ab. Die Situation auf dem Transfermarkt ist einer andere als im vergangenen Jahr. Der Transferwinter 2021 war sehr stark von der Pandemie geprägt, die unsichere Zukunftsaussicht gepaart mit geringeren Zuschauereinnahmen ließ viele Klubs die Füße stillhalten.
Transferflaute in der Bundesliga
Doch der Optimismus scheint vielerorts zurückgekehrt zu sein. Auch Barca setzte mit der Verpflichtung von Ferran Torres für 55 Millionen Euro von Manchester City ein dickes Ausrufezeichen. Dass der Klub noch im Sommer Lionel Messi ablösefrei ziehen lassen musste, weil er sein Gehalt nicht mehr bezahlen konnte, scheint die hochverschuldeten Katalanen nicht davon abzuhalten, viel Geld für neue Spieler auszugeben.
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Und die Bundesliga-Klubs? Die hielten sich bislang merklich zurück: 44,5 Millionen Euro gaben die deutschen Erstligisten in dieser Periode bisher aus, den teuersten Deal des Winters machte der FC Augsburg, der US-Juwel Ricardo Pepi für die vereinsinterne Rekordsumme von rund 16 Millionen Euro vom FC Dallas loseiste.
Am Sonntag gab Bayer Leverkusen zudem die Verpflichtung von Sardar Azmoun von Zenit Sankt Petersburg bekannt. Der iranische Mittelstürmer sollte eigentlich erst im Sommer ablösefrei kommen, nun wurde der Wechsel vorgezogen. Er soll rund vier Millionen Euro kosten.
Auf den letzten Metern der Transferperiode ist vor allem der VfB Stuttgart auf der Suche nach Verstärkungen, die Schwaben sind am Portugiesen Jair Tavares (Benfica Lissabon) dran, nachdem sie die Leihe von Tiago Tomas (Sporting Lissabon) bereits vermeldeten.
Den bislang Aufsehen erregendsten Transfer machte aber der VfL Wolfsburg, der Max Kruse von Union Berlin zurückholte.
Darüber hinaus sind die ganz großen Blockbuster-Transfers in der Bundesliga für den Deadline Day nicht zu erwarten.
Vor allem eine Tatsache erstaunt: Die Bundesliga ist die einzige der Top-5-Ligen, deren Transferausgaben (bisher) im Vergleich zum vergangenen Winter noch einmal zurückgingen. Im Januar 2021 zahlten die Klubs der höchsten deutschen Spielklasse noch 49,15 Millionen Euro für neue Spieler. Möglicherweise wird diese Summer am Deadline Day allerdings doch noch geknackt.
Richtig deutlich wird es beim Vergleich zur Zeit vor Corona: Im Wintertransferfenster der Saison 2019/20 holten die Bundesliga-Klubs für fast 200 Millionen Euro für neue Spieler. Damals wechselte unter anderem ein gewisser Erling Haaland für 20 Millionen Euro zum BVB, zudem investierte Hertha BSC rund 50 Millionen für die Dienste von Lucas Tousart und Krzysztof Piatek. Letzterer hat die Berliner vor einigen Tagen in Richtung AC Florenz verlassen.
Corona sorgt für Probleme
Doch woher kommt die Diskrepanz im Vergleich zur internationalen Spitze? Neben strukturellen Vorteilen, die Topligen wie zum Beispiel die Premier League gegenüber Bundesliga haben (z.B. deutlich höhere Fernseheinnahmen), agieren die deutschen Vereine seit Beginn der Corona-Krise deutlich konservativer im internationalen Vergleich.
Im vergangenen Sommer war Deutschland mit rund 418 Millionen Euro an Transferausgaben zwar auf dem dritten Platz im internationalen Vergleich, als einzige der Topligen schrieb sie aber in Sachen Transfers Schwarze Zahlen. Denn es wurden auch rund 450 Millionen eingenommen, was am Ende für einen Transferüberschuss sorgte. England gab im gleichen Zeitraum dagegen rund 1,35 Milliarden Euro für Spieler aus, die Klubs nahmen aber „nur“ rund 697 Millionen Euro ein – ein Transferdefizit von über 600 Millionen Euro.
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nCAPTION: So schaut's aus: Die Bundesliga muss international wieder attraktiver werden
nDESCRIPTION: Sind mittlerweile zu viele kleine unbekannte Namen in der Bundesliga? Auf dem internationalen Markt muss die Fußball-Bundesliga wieder attraktiver werden.
Und auch die Pandemie wirkt sich unterschiedlich auf die einzelnen Klubs aus. Während in einigen Ländern wie zum Beispiel England die Stadien voll ausgelastet sind, müssen sich die Bundesliga-Klubs mit wenigen bis gar keinen Zuschauern zufriedengeben. Die über einen längeren Zeitraum fehlenden Einnahmen aus Ticketverkäufen haben bei den Klubs ein tiefes Loch ins Budget gebohrt.
Bayern und BVB ohne Wintertransfers?
Wenn seriös wirtschaftende Vereine wie Borussia Mönchengladbach plötzlich Probleme haben, ihren besten Spielern adäquate Vertragsangebote vorzulegen, sagt das einiges aus.
Auch der FC Bayern und der BVB hielten in diesem Transferfenster bei Zugängen bislang die Füße still. „Wir sind sehr, sehr gut besetzt. Wir haben eine gute Truppe, die steht. Da wird nichts passieren“, machte Sportvorstand Hasan Salihamidzic bei DAZN klar. Mit Michael Cuisance (zum FC Venedig) sowie ein paar Talenten gaben die Münchner sogar Spieler ab.
Dass der Rekordmeister doch noch zuschlägt, ist aber nicht auszuschließen – schließlich ergaben sich gerade am letzten Tag des Transferfensters unverhoffte Konstellationen.
Auch BVB-Lizenzspielerchef Sebastian Kehl erklärte, dass Dortmund nicht mit aller Macht Transfers tätigen werde. Man werde „den Markt aber bis zum letzten Tag beobachten.“ Zuvor hatten die Borussen Ansgar Knauff an Ligarivale Eintracht Frankfurt abgegeben.
Wie heiß der Deadline Day nun wird, wird der Montag zeigen. Dann wird beispielsweise auch feststehen, ob Gladbachs Nationalverteidiger Matthias Ginter nicht doch noch über die Ladentheke geht..