Als erster deutscher Rugbyspieler hat es Anton Segner geschafft, für die All Blacks, die Nationalmannschaft Neuseelands, berufen zu werden. Auf seine Nominierung, die am Montag offiziell bekannt gegeben wurde, arbeitete er als Profispieler im Land der Kiwis bei den Blues aus Auckland jahrelang hin. Doch der Traum des 24-Jährigen entstand bereits, als er noch als Jugendspieler für den SC 1880 Frankfurt aktiv war.
„Anton Segner ist als 12-Jähriger im ersten Training aufgetaucht, übergewichtig, bei anderen Sportarten war er rausgeflogen“, erzählt Uli Byszio, Präsident beim deutschen Serienmeister SC 1880, im Gespräch mit dem SID.
Bei vielen Kindern könne man nicht sehen, „ob sie mal ein Star werden“, führt Byszio aus, „bei Anton Segner war das evident auffällig. Durch die Geschwindigkeit, die Körperlichkeit, die Kraft, die er hatte. Ich würde behaupten: Nicht Anton Segner ist für den Sport gemacht, sondern der Sport ist für Anton Segner gemacht.“
Segner ging mit 15 nach Neuseeland
Segner war im Alter von 15 Jahren mit einem Rugby-Stipendium ans College im neuseeländischen Nelson gegangen. Statt dem zunächst geplanten halben Jahr blieb er dauerhaft in Neuseeland, entwickelte sich zum Profi. Nach der abgelaufenen Super-Rugby-Saison wurde Segner zuletzt ins Team des Jahres gewählt. Eine Berufung in den All-Blacks-Kader war möglich, weil der Frankfurter schon länger als fünf Jahre im dem Land lebt.
„Ich erinnere mich an die Zeit, als er gesagt hat, über meine Lippen kommt nur Wasser. Er hat jahrelang nicht einen Softdrink, nicht eine Apfelschorle, nicht eine Traubenschorle getrunken“, lobt Byszio die Professionalität Segners. Dessen Zielstrebigkeit sei „einzigartig. Er ist programmiert wie ein Computer.“
Schade sei einzig, so Byszio, „dass wir solchen Spielern in Deutschland keine Heimat bieten können. Wir sind nicht so nach Rugby verrückt wie andere Nationen.“ Sein erstes Match für die All Blacks könnte Segner am 4. Juli in Christchurch gegen Frankreich bestreiten.