Die Verletzung von Nico Schlotterbeck trifft die deutsche Nationalmannschaft ins Mark. Auch beim BVB sorgt die lange Ausfallzeit für Sorgenfalten. Doch die Hiobsbotschaft kommt für den Verein nicht ausschließlich zur Unzeit.

Das WM-Aus von Nico Schlotterbeck ist für die DFB-Elf ein herber Rückschlag. Auch beim BVB blickt man mit Sorge auf die Situation des Innenverteidigers.

Nico Schlotterbeck wird auch dem BVB zum Saisonauftakt fehlen
Nico Schlotterbeck wird auch dem BVB zum Saisonauftakt fehlenNico Schlotterbeck wird auch dem BVB zum Saisonauftakt fehlen© IMAGO/Kirchner-Media

Denn schon jetzt ist klar: Die Ausfallzeit von „mehreren Wochen“, wie DFB und BVB übereinstimmend kommunizieren, wird auch Auswirkungen auf die Planungen für die kommende Spielzeit haben. In der Saisonvorbereitung wird der 26-Jährige fehlen – ebenso aller Voraussicht nach beim Supercup-Auftakt gegen den FC Bayern am 22. August.

BVB hat genug Alternativen

Der positive Nebeneffekt: Durch den Innenbandriss ihres Führungsspielers haben die Dortmunder womöglich ein Stück weit mehr Planungssicherheit gewonnen.

Nach Emre Can (Kreuzbandriss) ist Schlotterbeck bereits der zweite Innenverteidiger, der die Vorbereitung verpassen wird.

Schon in der vergangenen Spielzeit startete der BVB mit personellen Problemen in der Innenverteidigung in die Saison. Damals fehlten ebenfalls Can und Schlotterbeck, zudem verletzte sich Süle bei der Saisoneröffnung schwer. Die Folge: Die Dortmunder liehen Aarón Anselmino aus.

Droht dem BVB ein Überangebot?

In diesem Jahr jedoch sieht sich der BVB trotz des Ausfalls von Schlotterbeck nicht gezwungen, einen weiteren Innenverteidiger zu verpflichten. Mit den erfahrenen Ramy Bensebaini, Waldemar Anton und Neuzugang Joane Gadou fühlen sich die Verantwortlichen ausreichend aufgestellt. Ergänzt wird das Aufgebot durch die jüngeren Optionen Luca Reggiani und Filippo Mane.

Würde der BVB nun zusätzlich auf dem Transfermarkt aktiv werden, drohte spätestens im Herbst – mit der Rückkehr von Can – ein Überangebot in der Innenverteidigung.

Fest steht: Sollte sich kein weiterer Innenverteidiger verletzen, werden die Verantwortlichen nicht nervös werden.

Schlotterbeck-Verletzung gibt BVB Planungssicherheit

Trotz aller sportlichen Nachteile – immerhin ist der 26-Jährige eine tragende Stütze des Teams – dürfte die Verletzung Schlotterbecks dem Verein auch zusätzliche Planungssicherheit verschaffen. Denn ein gefürchteter Abgang des DFB-Stars ist dadurch deutlich unwahrscheinlicher geworden.

Auch die Königlichen aus Madrid dürften die Länge der Ausfallzeit registriert haben. Die Chance, sich bei der Weltmeisterschaft weiter ins internationale Rampenlicht zu spielen, entfällt für Schlotterbeck nun.

Nur logisch wäre es, dass Klubs, für die die Ausstiegsklausel relevant ist, ihre Planungen neu ausrichten.

Für den BVB bedeutet das: Die Wahrscheinlichkeit, dass Schlotterbeck auch in der kommenden Saison in Schwarz-Gelb aufläuft, ist deutlich gestiegen.