Reit-Olympiasiegerin Isabell Werth hat sich kurz vor der Reit-WM in Aachen deutlich zu Missständen in den sozialen Medien geäußert. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beklagte die 57-Jährige eine zunehmend enthemmte und aggressive Stimmung im Netz.

„Das Wort Qualität im Zusammenhang mit Pferden darf ich heute nicht mehr sagen, ohne Reaktionen in den sozialen Medien auszulösen. Das ist inzwischen eine kranke Welt“, sagte Werth.

Sie berichtete zudem von gezielten Anfeindungen: „Wir haben da Stalker, die nur ein schlechtes Bild machen wollen. Von Menschen außerhalb der klassischen Reitsport-Gemeinde bekommen wir hingegen sehr viel Wertschätzung, die kriegen von solchen Social-Media-Diskussionen gar nichts mit.“

Werth: Pferden geht es besser als den meisten Menschen

Auf die Frage, ob die gesamte Reitsport-Szene unter besonderer Anspannung stehe, antwortete Werth: „Ich glaube, dass 80 bis 90 Prozent meiner Kollegen und Kolleginnen so empfinden.“

Für die achtmalige Olympiasiegerin sind die sozialen Netzwerke mittlerweile grundsätzlich enthemmt. „Ich glaube, dass eine Regulierung von Social Media in allen Bereichen gesund wäre“, so Werth weiter.

Im Interview äußerte sich Werth zudem zur wiederkehrenden Diskussion, ob Reitsport eine Form von Tierquälerei darstelle. „Die Position des Pferdes in der Gesellschaft hat sich total verändert, und das ist gut so. Unseren Pferden geht es heute viel besser als früher, besser als einem Großteil der Menschen auf dieser Welt“, sagte die 57-Jährige.

Isabell Werth beim Wettkampf
Isabell Werth beim WettkampfIsabell Werth beim Wettkampf© IMAGO/Stefan Lafrentz

Zugleich stellte sie klar, dass es aus ihrer Sicht nicht so weit kommen dürfe, dass das Tier über den Menschen gestellt werde. Die Reit-WM findet vom 11. bis zum 23. August in Aachen statt.

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Werth gilt als die erfolgreichste Dressurreiterin der Geschichte und wird vom Reitsport-Weltverband FEI als „Queen of Dressage“ geführt. Sie nahm an sieben Olympischen Spielen teil – 1992, 1996, 2000, 2008, 2016, 2020 und 2024 – und gewann dabei in allen sieben Auflagen Gold mit der Mannschaft sowie zusätzlich eine Einzel-Goldmedaille und sechs Einzel-Silbermedaillen.

Auch abseits Olympias hat Werth Maßstäbe gesetzt: In einer mehr als 20-jährigen Karriere gewann sie zahlreiche Einzel- und Mannschaftstitel bei den FEI-Weltreiterspielen, dazu kommen 21 Europameistertitel und fünf Siege im FEI Dressage World Cup – eine bislang unerreichte Bilanz im Dressursport.


Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt.