Paul Seixas hat seine erste Tour de France im Alter von 19 Jahren als Vierter der Gesamtwertung beendet – und damit endgültig bewiesen, dass er schon jetzt zu den stärksten Rundfahrern des Pelotons zählt.
In Paris fehlten dem Kapitän von Decathlon-CMA CGM zwar mehrere Minuten auf Sieger Tadej Pogacar, doch sein vierter Rang (+11:56) macht ihn zur großen französischen Zukunftshoffnung.
Wunderkind will sich nicht treiben lassen
Genau diese Leistung weckt die Begehrlichkeiten. Seixas steht bis Ende 2027 bei Decathlon-CMA CGM unter Vertrag und ging eigentlich davon aus, dass sein Umfeld die Personaldebatte zunächst ruhen lässt.
Stattdessen hielten sich während der vergangenen Wochen hartnäckig Gerüchte, mehrere Top-Teams würden den Lyoner um jeden Preis verpflichten wollen.
Im Gespräch mit L’Équipe stellte Seixas nun klar, dass er sich nicht treiben lassen will: „Ich muss das nicht schnell entscheiden, ich habe noch Zeit. Ich genieße meine Saison lieber, als darüber nachzudenken. In den vergangenen Jahren war es immer Vertrag, Vertrag, Vertrag. Jedes Mal, wenn ich wieder eine Leistung gebracht habe, wollte man etwas Größeres neu machen. Als ich für drei Jahre unterschrieben habe, habe ich gesagt: Lasst mich drei Jahre in Ruhe, ich will nichts von Vertrag hören. Das frisst mir mehr Energie als alles andere.“
„Jetzt weiß ich, dass ich es schaffen kann“
Seixas zeigte sich zugleich zufrieden mit der Unterstützung im eigenen Team, das ihn während der drei Tour-Wochen abschirmte und taktisch absicherte. Einen schnellen Tapetenwechsel kann er sich derzeit nicht vorstellen.
Im Gegenteil: „Ich fühle mich in diesem Team gut und ich wollte diese Phase nutzen, um Abstand zu gewinnen, bevor man vielleicht nach zweieinhalb Jahren wieder darüber spricht. Wenn ich bleibe, bleibe ich, wenn ich gehe, gehe ich. Ich weiß nicht, wie weit das gehen wird, aber ich vertraue dem Team und das Team vertraut mir.“