Tadej Pogacar hat am Sonntag seinen fünften Sieg bei der Tour de France perfekt gemacht. Der Slowene ist als Rekordsieger damit gleichgezogen mit Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain.
Ob der aktuelle Dominator sogar größer ist als der einstige “Kannibale” Merckx? Diese Frage ist überflüssig. Die GOAT-Debatte ist verführerisch, aber nicht zielführend. Sicher ist nur: Pogacar ist der Beste seiner Zeit.
Wie ehrgeizig der 27-Jährige ist, bewies er auf den letzten Kilometern der Grande Boucle. Den Schlussanstieg zum Sacre Coeur nutzte er zur letzten Attacke, wollte auf der Champs-Élysées den finalen Triumph – den er am Ende verpasste.
Die menschliche Seite des Tour-Dominators
Es wäre sein sechster Etappensieg gewesen in diesem Jahr. Doch sein wahrer Sieg ist ohnehin ein anderer. Auf der 2. Etappe schenkte er seinem Teamkollegen Isaac Del Toro den Sieg. Am Samstag war er sich nicht zu schade, den Youngster als schuftender Edelhelfer über die letzten gewaltigen Alpenpässe zu ziehen und ihm so zu Platz drei in der Gesamtwertung zu verhelfen.
Noch etwas anderes ist haften geblieben in den vergangenen Wochen. Als mit Jonas Vingegaard und Florian Lipowitz der Zweite und Dritte des vergangenen Jahres stürzten, äußerte Pogacar aufrichtig wirkendes Mitgefühl. All das ist die menschliche Seite des Dominators. So verhalten sich wahre Champions.
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Zuletzt noch ein anderer Blick auf die Tour: Pogacar wurde – wie auch Vingegaard – in der Nacht unsanft von Dopingkontrolleuren geweckt. Unverhältnismäßig? Nein! Im Kampf gegen Doping müssen alle Zweifel ausgeschlossen werden.
Insbesondere die Tour de France ist historisch vorbelastet. Es bleibt zu hoffen, dass nichts nachkommt und alles mit rechten Dingen zugegangen ist.