Tadej Pogacar ist der klare Dominator der Tour de France 2026 und ist nicht nur auf die Gesamtwertung, sondern auch auf Etappenerfolge aus. Den Siegeshunger des Slowenen und seiner Kollegen vom Team UAE nehmen in der Radsport-Welt nicht alle gut auf. Bjarne Riis, Tour-Sieger des Jahres 1996, feuert nun jedoch gegen die Kritiker zurück.
„Ich habe das wirklich satt. Es geht mir auf die Nerven, ständig dieses ‚Du darfst nicht‘ und ‚Du machst zu viel‘ zu hören. Ich meine, wenn er nicht auf den Sieg hinfahren würde, wäre das Mittelmäßigkeit – und ich hasse Mittelmäßigkeit einfach“, sprach der Däne in seinem Podcast Riis i Feltet Klartext. Vielmehr solle man die starken Leistungen von Pogacar „genießen“.
Riis feuert gegen Kritiker: „Trainiert doch mehr“
Der frühere Rad-Star richtete zudem einen klaren Appell an diejenigen, die monieren, dass das Pogacar-Team zu viel vom Kuchen abhaben möchte.
„Hört doch auf, neidisch zu sein. Der beste Rat, den ich all denen dort geben kann – den Fahrern, den Teams und so weiter – lautet: Trainiert doch noch ein bisschen mehr. Tut alles, was ihr könnt, um die bestmögliche Version von euch selbst zu werden“, machte er deutlich.
Die Worte von Riis dürften sich unter anderem an José Joaquin Rojas, sportlicher Leiter des Movistar-Teams, richten. „UAE kann machen, was sie wollen, das ist Radsport, aber es gibt auch ungeschriebene Regeln, die respektiert werden sollten“, hatte dieser am ersten Ruhetag moniert, nachdem das Pogacar-Team auf der neunten Etappe einer Fluchtgruppe das Leben schwer machte, aus der keine Gefahr für das Gelbe Trikot drohte.
Riis scheint sich sogar darüber Sorgen zu machen, dass die negativen Kommentare über Pogacar und dessen Team zur Gefahr für den viermaligen Tour-Sieger werden könnten.
„Es sind ja immer dieselben Leute, die solche Dinge sagen und damit Öl ins Feuer gießen, sodass irgendwann jemand kommt und Pogacar vom Rad reißt“, gab er eine klare Warnung ab. Riis dürfte mitbekommen haben, dass der Tour-Dominator bei seinem Sieg auf der zehnten Etappe von einigen Fans ausgepfiffen wurde.
Tour de France 2026: Etappen & Streckenprofile in Bildern
Vingegaard beklagt Pfiffe gegen Pogacar: „Habe das auch gehört“
Diese hatten auch Riis-Landsmann Jonas Vingegaard dazu veranlasst, seinem Hauptkonkurrenten Pogacar zur Seite zu springen.
„Ich habe das auch gehört. Ich denke, das darf im Sport nicht akzeptiert werden. Es ist okay, wenn sie ihn nicht unterstützen. Aber dann buht man ihn nicht aus“, beklagte er die Pfiffe bei WielerFlits.
„Feuert einfach die Fahrer an und seid glücklich! Sonst bleibt einfach zu Hause“, lautete der klare Appell des derzeitigen Tour-Zweiten.
Pogacar selbst zeigte sich von den Pfiffen unbeeindruckt: „An alle, die gebuht haben: Ihr gebt uns mehr Kraft. Danke, danke.“